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seiner riesigen Größe und prachtvollen Ausstattung mit der weiten, ihn umgebenden Halle aus bunten, kostbaren Marmorsäulen einst einen imposanten Eindruck gemacht haben muß. Er ist in gewisser Weise dazu bestimmt, eine Art Fortsetzung der Forumsanlagen zu bilden, genau so wie der Tempel der Venus und Roma unter den Bauten des Hadrian eine Art Fortsetzung der kaiserlichen Forumsarbeiten bildet.

10) A. Mau, Führer durch Pompeji, auf Veranlassung des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts verfaßt. Vierte, verbesserte und vermehrte Auflage. Mit 35 Abbildungen und sechs Plänen. Leipzig 1903, W. Engelmann. 123 S. 8. 3 M. (Vorrätig in Neapel bei Emil Prass.)

Auch die neue Auflage hat wie die vorhergehenden Verbesserungen und Vermehrungen erfahren; namentlich insofern, als der neugefundene Tempel gleich hinter der Porta della Marina. und das Haus des Lucretius Fronto eine Beschreibung erfahren haben. Der Tempel ist jedenfalls der Venus Pompejana gewidmet, der Gottheit, die wir schon lange als besondere Schutzgottheit der Stadt kannten, für die aber ein Tempel bisher nicht nachweisbar war, nachdem der früher Venustempel genannte unzweifelbaft als Apollotempel erkannt worden war. Das Haus des Lucretius Fronto, als solches durch verschiedene Inschriften erkennbar, wird als,,gutes Beispiel einer kleinen, aber eleganten Wohnung eines angesehenen Bürgers" bezeichnet. Das Haus verdient besondere Beachtung einmal, weil man hier über dem Atrium das Dach hergestellt hat, so daß hier ungefähr die antike Lichtwirkung beobachtet werden kann, anderseits aber auch wegen der interessanten Bilder. Darunter ist die Tötung des Neoptolemos, nach der Andromache des Euripides, und die sog. Carità romana, Pero, die ihren Vater Mikon im Gefängnis durch die Milch ihrer Brust ernährt, besonders hervorzuheben. Das Epigramm, das den Vorgang erläutert (,,mit einem nicht vollständig lesbaren lateinischen Epigramm") dürfte wohl in folgender Weise zu lesen sein: Quae parvis mater natis alimenta parabat, Fortuna in patrios vertit iniqua cibos. Supplicii locus est; tenui cervice seniles Aspice quam venae lacte dato tumeant. Languentemque simul voltu fricat ipsa Miconem Pero: tristis inest cum pietate pudor.

Doch ausführlicher darüber an einer andern Stelle.

Maus Buch

wird, wie die früheren Auflagen, auch weiter fortfahren, den Freunden des Altertums gute Dienste zu erweisen.

11) R. Engelmann, Pompeii. Translated by Talfourd Ely, M. A., F. S. A.; London, H. Grevel & Co.; New-York, Charles Scribner's Sons, 1904. A. u. d. T. Famous Art Cities No. 1. Pompeii. 112 S. 8. Mein Buch, das in den ,,Berühmten Kunststätten" Nr. 4 bildet, ist in englischer Übersetzung als Nr. 1 einer gleichen Unternehmung

erschienen; auf „,Pompeii" soll Venice, by Dr. Gustav Pauli, weiter Florence and Nuremberg erscheinen. Rome, Siena, Ravenna and Cairo will represent a continuation. Leider ist das Buch gleich von vornherein etwas ungenau geworden, insofern, als durch Pais als Direttore degli Scavi di Pompei der Eingang von der Porta della Marina nach der Porta Stabiana verlegt ist. Pais wird ja wohl seine Gründe zu dieser Veränderung gehabt haben, ebenso wie für die andern Maßregeln, die er in bezug auf die Führer und andere Dinge in Pompeji getroffen hat, aber dennoch kann man sein rasches Vorgehen bedauern; sieht es doch vielfach so aus, als ob er überall ausgeschaut habe, nicht, ob etwas verändert werden muß, sondern ob etwas verändert werden kann. Man darf darauf gespannt sein, ob der Nachfolger nun nicht ohne weiteres alle Maßnahmen seines Vorgängers kassiert, wie in andern Ländern, in denen die Haupttätigkeit jedes neuen Beamten darin besteht, to undo that has been done, um seine Macht und sein Besserwissen zu zeigen. Die Ungenauigkeit, auf die ich anspielte, besteht hier darin, daß auf der ersten Seite gesagt wird, daß man durch das Seetor die Stadt betritt. Das wird ja wohl noch zu ertragen sein. Ich denke, daß auch, trotzdem der Eingang nach der Porta Stabiana verlegt ist, das Buch weiter guten Fortgang nehmen wird.

12) Fr. Prix, Pompeji. Begleitworte zu einer Reihe von Projektionsbildern. (Sonderabdruck aus den Jahresber. des Theresianischen Gymnasiums 1899.) Wien 1899. 22 S. 0,80 M.

Daß Pompeji für höhere Schulen ein gewohntes Vortragsthema geworden ist, kann man begreifen und mit Freuden begrüßen. Je unmittelbarer auf den, der das Glück hat, den Boden der alten Stadt zu betreten, das Altertum zu wirken pflegt, um so mehr versteht man, daß die Lehrer ihren Schülern, wenn ihnen auch der Besuch von Pompeji selbst unmöglich ist, durch Vorführen von Skioptikonbildern denselben Eindruck zu verschaffen wünschen. Für die Beschaffung solcher Bilder hat, wie die Anm. auf S. 1 meldet, die k. k. Hofmanufaktur für Photographie R. Lechner (Wilh. Müller), Wien I, Graben 31, besondere Vorbereitungen getroffen: sie liefert bei Abnahme einer größeren Anzahl das Stück für 50 Kreuzer. Aber auch von anderen Firmen sind zu ähnlichen Preisen gute Diapositive zu beziehen. Doch das Vorführen der Bilder allein tut es nicht, es muß auch eine Erklärung dazu gegeben werden. Ist nun keiner unter den Lehrern selbst in Pompeji gewesen, so könnte der begleitende Vortrag Schwierigkeiten verursachen; in einem solchen Falle vermag das hier besprochene Heftchen ,,Begleitworte" einzutreten, das auf Grund von Maus Führern und eigener Anschauung entworfen worden ist. Ein paar kleine Versehen, die mit untergelaufen sind (S. 3 wird in Bild 1 die Sorrentinische Halbinsel als östlich auf

der Karte liegend bezeichnet; das ist nicht gut möglich. S. 4: del' Anfiteatro, 1. dell' Amfiteatro. S. 14 heißt es, daß nur zwei Thermenanlagen gefunden seien: da sind die Zentralthermen nicht mitgerechnet; sie waren allerdings noch nicht fertig, als der Ausbruch stattfand, aber ebensogut wie die Thermae M. Crassi Frugi hätten sie auch eine Anführung verdient), können leicht korrigiert werden.

13) C. Cichorius, Die römischen Denkmäler in der Dobrudscha. Ein Erklärungsversuch. Berlin 1904, Weidmannsche Buchhandlung. 42 S. 1 M.

Daß um das von Tocilescu in der Dobrudscha aufgefundene große Denkmal (ein massiver steinerner Rundbau, der rings mit Zinnen- und Metopenreliefs geschmückt war, die teils gefangene Barbaren, teils Kriegsszenen mit Römern und Barbaren zeigten; oben war das Denkmal von einem steinernen Tropäum gekrönt, an dessen Fuße sich eine große, auf Trajan bezügliche Inschrift befand) sich ein gewaltiger Krieg zwischen Benndorf einerseits und Furtwängler andrerseits entwickelt hat, dürfte allgemein bekannt sein; ist doch der Krieg wenigstens teilweise mit solcher Energie geführt worden, daß man sich fragen mußte, wer in diesem so schonungslos geführten Kampfe um das Tropäum nun seinerseits ein Tropäum aufzurichten in der Lage sein werde. Da kommt das Schriftchen von Cichorius gerade zur rechten Zeit. Er weist nach, daß aus den beiden andern Denkmälern, die in unmittelbarer Nähe des großen Tropäum stehen (ein viereckiger Altar, der auf seinen vier Seiten die Namen der in einer Schlacht gefallenen Römer, darunter auch zahlreicher Prätorianer, trug, und ein rundes Grabdenkmal, in dessen Innerem noch Reste von ehemaligen Opfern aufgefunden wurden), sich eine andere Zeitbestimmung ergibt. Unter Domitian, im Jahre 86/87, war der Praefectus praetorio Cornelius Fuscus mit seinem Heere, zu dem auch Prätorianer gehörten, über die Donau gegangen und von den Dakern geschlagen worden; eine noch bedeutendere Niederlage hatte er nach seinem Rückgang über die Donau auf dem rechten Ufer bei Adamklissi erlitten; er selbst war gefallen, mit ihm mehrere tausend Soldaten, und ein Legionsadler war von den Feinden erbeutet. Dem Praefectus praetorio errichtet darauf Domitian bei seinem Aufenthalt in Mösien ein Grabmonument, zugleich erbaut er zum Andenken der gefallenen Soldaten einen Grabaltar. Erst zwischen 101-106 unterwirft Trajan in den beiden dakischen Kriegen ganz Dakien und gewinnt den unter Fuscus verlorenen Adler wieder, den er wahrscheinlich im Tempel des Mars Ultor zu Rom weiht; 107-109 erbaut Trajan sein Tropäum als Siegesdenkmal und weiht es dem Mars Ultor.

Auf diese Weise werden alle Schwierigkeiten behoben, namentlich wird auch die von Furtwängler gegen Benndorf vorgebrachte

Tatsache verwendet, daß das Grabdenkmal und der Grabaltar aus einem muschelhaltigen Stein aufgebaut ist, während bei dem Tropäum ein festerer marmorartiger Stein verwendet wurde. Beide Steine stammen aus demselben Steinbruch, man konnte zu den festeren Stein aber erst gelangen, nachdem der darüber anstehende muschelhaltige Stein abgebaut war. Dadurch ergibt sich die Tatsache, daß Grabaltar und das Grabdenkmal älter sein müssen als das Tropäum. Es scheint mir, daß durch die Aufstellung von Cichorius allen Bedenken Furtwänglers die Basis entzogen ist, so daß sein Gedanke, auf die Kämpfe des M. Licinius Crassus in dieser Gegend (im Jahre 28 v. Chr.) das Tropäum zu beziehen, endgültig zurückzuweisen ist.

14) E. Guhl et W. Koner, La vie antique, manuel d'archéologie grecque et romaine, traduit sur la 4e édition de E. Guhl et W. Koner par F. Trawinski, Chef du Secrétariat des Musées Nationaux. Introduction par Albert Dumont, Membre de l'Institut. Première partie La Grèce. Deuxième édition, ornée de 578 vignettes. Ouvrage couronné par l'Académie Française. Paris 1902, Librairie J. Rothschild, Lucien Laveur, Editeur. 472 S. 8.

,,Es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden, als eure Weltweisheit sich träumt, Horatio". Wer sollte es für möglich halten, daß, während hier in Deutschland von Guhl und Koner Das Leben der Griechen und Römer im Jahre 1893 die sechste Auflage in ganz neuer Form erschienen ist, in Paris im Jahre 1902 eine durchaus auf der vierten Auflage beruhende Übersetzung in zweiter Auflage erscheint? Und daß der Übersetzer sich damit entschuldigt, daß ihm von neueren Auflagen des Guhl und Koner nichts bekannt geworden sei? Daß die bibliographischen Verbindungen zwischen Deutschland und Frankreich in diesem Maße abgebrochen seien, hätte wohl niemand vermutet. Die neueren Ausgrabungen in Olympia, Pergamon, Tiryns, Mykenai sind in einem kurzen Anhange berücksichtigt, aber nur bis zum Anfang der achtziger Jahre; selbst die eigenen Arbeiten der Franzosen scheinen dem Hrsgb. unbekannt geblieben zu sein; so sind z. B. die französischen Ausgrabungen in Delphi damit abgefunden, daß vor der Préface de la deuxième Édition ein schlechtes Bild des Aurige de Delphes gegeben wird. Es scheint, daß man einfach den Druck der ersten Auflage wiederholt und zum Schluß durch einen dürftigen Anhang auf die Höhe der Zeit (NB. 1885!!, während das Buch 1902 veröffentlicht ist) gebracht hat, und auch in diesem dürftigen Anhang fehlt es nicht an Irrtümern. Und dazu ist dies noch nicht la seconde Édition, sondern la deuxième, die also nach französischem Sprachgebrauch eine troisième usw. erwarten läßt. Que le bon Dieu nous en préserve. Um dem Hrsgb. Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, erwähne ich, daß er am Schlusse seiner Préface ausdrücklich auf die Weglassung der neugefundenen Resultate aufmerksam macht. Peutêtre nous re

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prochera-t-on d'avoir oublié bien des choses intéressantes. Ce reproche nous serait très pénible si l'oubli n'était pas volontaire: il nous a semblé, en effet, qu'il serait superflu sinon dangereux de surcharger cet ouvrage de toutes les trouvailles archéologiques de ces dernières années. Ce serait lui donner un air d'érudition touffue qu'il ne doit pas avoir et lui enlever le caractère de livre d'enseignement que nous désirons lui conserver. Damit ist die Sache für alle Verständigen erledigt; die andern, die damit nicht zufrieden sind, um die kümmert sich eben der Hrsgb. nicht.

15) E. Aßmann, Das Floß des Odysseus, sein Bau und sein phönikischer Ursprung. Berlin 1904, Weidmannsche Buchhandlung. 31 S.

8. 0,60 M.

Daß die verschiedenen Versuche, nach der homerischen Schilderung ein brauchbares, seetüchtiges Floß zu konstruieren, bis jetzt nicht zum Ziele geführt haben, wird jeder dem Verf. gern einräumen; auch wird niemand, denke ich, anstehen, die Art, wie Aßmann das Floß konstruieren läßt, für einen entschiedenen Fortschritt zu halten. Nach Aßmann bringt Odysseus zunächst eine Reihe von Rundstämmen ins Wasser, die untereinander durch querüber gelegte starke Bohlen, die Floßbänder, vermittelst kräftiger, durch gebohrte Löcher geschlagene Holzpflöcke, yougou, verbunden werden. Darüber errichtet er die ingia, eine Plattform oder einen von den aufsteigenden Rippen getragenen Bretterboden; wenn also auch die Wellen über das eigentliche Floß sich ergießen, sind sie doch außerstande, wenn sie nicht durch Sturm zu ungewöhnlicher Höhe emporgetrieben werden, dem Helden zu schaden, der hoch über ihnen auf einem Sturmdeck dahinfährt. Damit ist den Worten der Kalypso: άvào ἴκρια πῆξαι ἐπ' αὐτῆς ὑψοῦ ὡς σε φέρῃσιν ἐπ' ἠεροειδέα лóντоv die richtige volle Bedeutung zuteil geworden. Das andere bedarf keiner besonderen Ausführung. Während man dem. was Verf. über das Floß des Odysseus sagt, beistimmen muß, wird der zweite Teil vielfach Anfechtung finden. Verf. möchte, auch auf sprachlichem Gebiete, nachweisen, daß die oxedín und mit ihm vieles andere, das jetzt für rein hellenisch gilt, den Phönikern entstammt. Doch darüber gilt der Spruch: Adhuc sub iudice lis est.

16) Roy C. Flickinger, The meaning of eπì τñs σxy vñs in writers of the fourth century. S. A. aus Vol. VI der Decennial Publications der University of Chicago, founded by John D. Rockefeller. Chicago 1902. 4.

Hat Dörpfeld recht, wenn er behauptet, daß die griechischen Schauspieler nicht auf einer erhöhten Bühne, sondern im Proskenion vor dem Bühnenhaus gespielt haben? Die schon so vielfach behandelte Frage, die nicht zur Ruhe kommen kann, wie es scheint, wird auch jenseit des Ozeans mit großem Ernst und Nachdruck

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