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u. $. W.,

WO

der Ton auf den zweiten Bestandtheil der Vocalverbindung fällt, können schon deswegen dem ags. ea, eá, eo, eó nicht verglichen werden, weil der Grund ihrer Entstehung das Schwinden der Endungen und das Bedürfniss, den Stamm durch schärfere Vocalisirung zu stützen – im Angelsächsischen, so weit wir sehen können, nicht gefühlt wurde. Das einzige u ist, wenn wir oben recht gesehen haben, französischen Ursprungs. Eine gewisse Art von Vorschlag, die in neuenglischen Dialecten hörbar ist, z. B. niame, shiame für name, shame mag dem flüchtigen Laute gleichen, den man bisweilen in gutem Englisch nach scharfen Consonanten hört, die eine Tonsilbe vor unbetontem e schliessen, z. B. in glasses, was man wohl manchmal wie glassies sprechen hört. Es ist aber meines Wissens ein solcher Laut nie in der Schriftsprache bezeichnet worden, und er verdankt seinen Ursprung nur dem vorhergehenden Consonanten, den er durch ein flüchtiges i oder e mit dem folgenden Vocal vermittelt, nicht aber einer inneren, vocalischen Entwickelung.

Die angelsächsischen Doppellaute sind ea ea, eo ó. Ea ist Brechung des a, eá ist der goth. Diphthong au; eo ist Brechung des i, eó ist der goth. Diphthong iu. Die Grundlage der beiden Diphthonge ist u. Da ea und eo kurze Vocale vorstellen, so muss nothwendig der E-Laut die Aussprache bestimmen; a und o können nur kurze Nachschläge sein. Damit kommen sich beide Laute ebenso nahe wie unser umgelautetes a d. i. e (jetzt ä geschrieben) und unser aus i entstandenes ë. Die Handschriften verwechseln denn auch bisweilen ea und eo, was hier und da auch der Fall ist mit eá und eó (z. B. nead neod), wiewohl diese Verbindungen ihrer Länge wegen deutlicher geschieden werden konnten. Ea und eo können den Laut des gebrochenen A und i nur unvollkommen darstellen ; sie haben aber, unserer Meinung nach, das Vorbild zur graphischen Darstellung des eá und eó gegeben, Man sollte nun auch erwarten, dass diese zwei Verbindungen in ähnlicher Analogie ständen wie ea und eo, um so mehr, als sie beide jetzt im Laute = é sind: laufs leaf

deóp deep. Dabei möge noch erwähnt werden, dass ė auch dem seit dem 14. Jh. verlängerten e in einigen angelsächsischen und ai in sehr vielen französischen Wörtern entspricht: fr. traiter — to treat, paix peace, saisir

to seize u. 8. w. Ueber eó bemerkt nun Koch in seiner historischen Grammatik der englischen Sprache I $ 62: „der erste Vocal (e) überwog, ward

leaf, diups

ae

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gedehnt und entwickelte sich wie .“ Aehnlich § 37. Ueber eá findet sich eine analoge Vermuthung nicht, sondern nur die Bemerkung: ,,eá trübt sich zu ae und dieses verläuft wie die ursprünglichen ae.“ Wir sind nun der Ansicht, dass auch im Laute eá der erste Vocal vorgeherrscht habe und fassen den zweiten Bestandtheil nur als eine Art Nachschlag, mit dem die angelsächsische Sprache als Ersatz für das u der gothischen Verbindung au sich begnügte, da sie alle Diphthonge nach dem ersten Laute zusammenschiebt und Diphthonge mit betontem zweiten Vocal ihr nicht eigenthümlich sind. Nur so ist der Uebergang in das moderne e zu begreifen. Wir glauben aber diese Behauptung durch mehrere Wahrnehmungen stützen zu können, obgleich wir zugeben, dass es keine passende Darstellung eines Lautes ist, der etwa wie ă oder ae

ě geklungen haben mag. Der Accent darf dabei nicht in Betracht kommen, da er erst in unseren Drucken durchgeführt worden ist. Die Rune scheidet ea und eá nicht. Da die Deutung im gereimten Verzeichniss das Wort eard zu Grunde legt, so mag auch der Laut ea für die lautliche Erklärung von eá massgebend sein.

1) Für (tô) gegenes findet man gegnes, gênes, geánes engl. (a) gain (gainsay). Da in der Form gegnes und gênes der zweite Laut fast ganz geschwunden ist, so kann die Schreibung geánes gar nicht begriffen werden, wenn sich nicht eá dem ê so nähert, dass es das e betont und a dur als unbestimmbaren Nachhall lauten lässt. Da zumal der Wortton immer auf dem e der ersten Silbe geruht hat, so ist nicht zu begreifen, wie er plötzlich auf das a kommen soll, welches die zweite Silbe in der Contraction darstellt. Durch Corssen's und Littré's Untersuchungen ist es hinlänglich gesichert, dass jede Contraction im Lateinischen und in den romanischen Sprachen Beibehaltung des Accents zur Bedingung hat; für germanische Sprachen braucht das nicht erst bewiesen zu werden. – Im Altenglischen hört die Schreibung eá ganz auf und macht dem ae oder é Platz, zu dem es sich unter Annahme unserer Erklärung leicht zusammenziehen könnte.

2) Auch eó wechselt bisweilen mit î (goth. ei). Goth. teihan, altd. zîhan, neud. zeichen, ags. tihan stösst den Guttural aus und verändert sich in teón.* Diesen Vorgang, der mehrfach bemerkt wird, müssen wir mit der oben besprochenen Contraction für identisch halten,

* Was dann zusammenfällt mit goth. tiuhan, altd. ziuban

ziehen,

ags. teón.

und beide Male dem ersten Laute des neu entstandenen Diphthongs den Hauptton geben. Daneben tritt im Altenglischen, wie für eá, wegen der Aehnlichkeit des Lautes ê auf.

3) Der Laut des oa im modernen Englisch ist ó. Es ist nun möglich, dass man im Altenglischen oa zu schreiben anfing, um die Entstehung des O-lautes aus altem â (altd. ei, nhd. ei -ai) in der Schrift festzuhalten. Man erinnert sich an ein ähnliches Verfahren der fran. zösischen Orthographie, die den gesprochenen Laut neben seinen ursprünglichen setzte, so dass man im 15. und 16. Jh. schrieb: apvril (aprilis avril), escripve (scribat - écrive), Lefebvre (faber — fèvre). Es ist aber auch wohl möglich, dass die eá und ea, wenn sie eben mit dem Ton auf dem ersten Vocal gesprochen werden, das Vorbild zu oa gegeben haben. Die Entwickelung des Lautes ó aus oa z. B. in stân, Stein, wäre so zu denken, dass zwischen agr. stân und neuengl. stúne ein stoan, gesprochen wie stå' - en, zu stehen käme. Dieser Laut wäre dann zu o zusammengeschoben worden, wie es und eó zu ê - é.

4) Der Yorkshire - Dialect hat å, i, u in der alten Geltung erhalten und sagt z. B. ût (oot) statt out, hûs (hoose) statt house etc. Er stellt also in seinem Vocalismus den angelsächsischen Standpunkt dar, wie er selbst das angelsächsische o vor n statt a bewahrt hat. Wenn nun dieser Dialect easy wie eeasy spricht (Koch I $ 17), so mag dieses vielleicht der letzte lebende Nachhall des ags. eá sein, wie wir es auffassen.

Gestützt auf diese Beobachtungen schlagen wir also vor, die störende Aussprache des ags. eá, eó mit dem Ton auf a und o fortan zu verbannen, und halten die Entwickelung des I-Lautes aus ursprünglichem eá (= ae ă) für ganz regelrecht, indem wir zur Erklärung des Verlaufes zwei durchgreifende Gesetze der englischen Lautlehre geltend machen, nemlich: Zusammenschiebung der Diphthonge nach dem ersten Laute (ai zu å, ei zu î) und Vocalverschiebung (ê zu é, zu = û u. $. w.) Hechingen.

Dr. E. v, Sallwürt.

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Ueber die formelle und begriffliche Entwicklung

der französischen Präpositionen.

In den nachfolyenden Abhandlungen über die einzelnen Präpositionen und präpositionalen Verbindungen der französischen Sprache soll gezeigt werden, wie dieselben im Verlaufe der Entwicklung der Sprache allmälig zu ihrer heutigen Form und Gebrauchsweise gelangt sind. Vom Ende des 4. Jahrhunderts ab (Prosper Aquitanus) ist die Bedeutung der theilweise erst später - in der Vulgärsprache Galliens als Präpositionen erscheinenden Formen festgestellt. Die Veränderungen, welche, wie die Sprache beweist, mit denselben nach und nach vorgingen, sind auf ihre thatsächlichen Ursachen zurückgeführt worden, wie: Gegenseitigen Einfluss der verschiedenen Dialekte des Altfranzösischen; irrthümliche Anlehnung einer präpositionalen Form an ein anderes Wort und daraus entstandenes Misverständniss ihrer Bedeutung; das neue Bedürfniss der auch besonders in Hinsicht auf die in ihr auszudrückenden Ideen veränderten Sprache und die in Folge dessen nach gewissen Seiten hin erweiterte Gebrauchsweise einer Präposition; die Bedeutung der als Präposition gebrauchten Form als Redetheil für die in Betracht kommende Sprachperiode; den wesentlichen Charakter der Reform, welche in der betreffenden Epoche mit der Sprache vorgenommen wurde, und endlich die Willkür, mit welcher ihrem eigentlichen Wesen, ihrer Grundbedeutung nach gänzlich unverstandenen präpositionalen Formen bestimmte Gebrauchssphären angewiesen wurden.

Bei Erscheinungen, die an sich nicht eben natürlich und selbstArchiv f. n. Sprachen. XLV.

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verständlich sind, hat der Verfasser zum Belege seiner Ansicht Analogien aus anderen Sprachen herangezogen. Besonders ist mehrfach die Verwendung der provenzalischen Präpositionen verglichen worden, da das Provenzalische in Betreff seiner präpositionalen Bildungen sich - im Gegensatze zu den übrigen romanischen Sprachen – dem Alt- . französischen in den meisten Punkten durchaus analog verhält.

Leider hat die eigentliche Volkssprache Galliens in dem Zeitraum vom 4. bis 9. Jahrhundert kein Denkmal hinterlassen, und so fehlt uns ein gutes Stück, um den Verlauf der Entwicklung des Altfranzösischen aus dem Latein in allen seinen Momenten verfolgen zu können. Die Werke, welche in obiger Periode von gallischen Autoren verfasst wurden, sind in lateinischer Sprache geschrieben. Nur hie und da begegnet es den Schriftstellern, dass sie, von der Sprachweise des Volkes verführt, falsche Wortformen oder, was häufiger ist, richtige Wortformen in unlateinischer Bedeutung verwenden. Derartige Vorkommnisse lassen uns einen Blick in die Vulgärsprache werfen, und mit diesen Blicken müssen wir uns hinsichtlich der Kenntniss der Vulgärsprache, der eigentlichen Schöpferin der romanischen Sprachen, begnügen. Aber nicht alle Schriftsteller Galliens in jenem Zeitraume sind dem Zwecke der Erforschung der Sprachweise des Volkes ihrer Zeit gleich dienlich. Die einen haben eine schulgerechte Durchbildung genossen und lassen sich Verstösse gegen die Regeln des guten Latein selten zu Schulden kommen. Anderen fehlt diese, und im täglichen Verkehre mit dem Volk gewöhnen sie sich an Ausdrucksweisen, deren sie sich auch in ihren lateinischen Schriften nicht ganz erwehren können. Besonders gilt dies von dem Gebrauch der Präpositionen, so das für die nachfolgenden Abhandlungen das wesentlichste Material fast vollständig in ihnen gefunden werden konnte.

Zur Feststellung der Art und Weise, wie die gallische Volkssprache vor dem 9. Jahrhundert die Präpositionen verwandte, sind folgende Werke benutzt.

1. Das Chronicon von Prosper Aquitamus, abgefasst am Ende des 4. Jahrhunderts. Dasselbe zeigt in grammatischer und orthographischer Hinsicht mehr Abweichendes vom guten Latein, es hat schon eine stärkere Tendenz nach dem Romanischen hin, als die Werke manches späteren Schriftstellers. Zwar lässt auch Prosper bisweilen das Streben erkennen, durch gekünstelte Constructionen seinem Stile eine klassische Färbung zu geben, aber im Ganzen selten. Auch sind

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