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Das Neufranz. hat diesen adverbialen Gebrauch von hors aufgegeben. Den Ersatz dafür siehe unter dehors.

2. Hors (fors) als Präposition.

a.

Das einfache fors (hors). Die rein räumliche Bedeutung der Präp. foris des Mittellatein finden wir schon in den ältesten Denkmälern der franz. Sprache durch fors allein nicht mehr dargestellt. Das einfache fors entspricht unserer Präp. „ausser,“ dem neufranz. outre, excepté. Die Idee des räumlichen Getrenntseins, der Entfernuug von dem Innern eines Gegenstandes trat dem Denken bei der Vorstellung dieser gedachten Bezeichnung nicht lebendig gegenüber, weshalb hier das einfache hors genügte.

Wie sehr eben hors zum Ausdrucke dieses Verhältnisses geschickt war, beweist die Verwendung unseres „ausser“, des engl. „ without in demselben Falle. -- Eine gewisse Analogie mit dem Verhalten von hors zu hors de könnte man in unserer Präp. „ausser“ gegenüber „ausserhalb“ entdecken. Beide, hors de und ausserhalb sollen das räumliche Auseinanderfallen im Gegensatze zu den einfachen hors und ausser deutlicher versinnlichen, die Mittel hierzu sind freilich durchaus verschieden.

Conques nul hom fors vostre cors n'amai, Romance de la belle Erembor 50, 4; que il ne soient desous li aclinant fors vostre cors (vgl. mittelhochdeutsch min lip = ich,) que chi voi en presant, H. d. B. 57, 1; n'i as or plus prochain - fors damledeu le verai soverain, G. d'Or. 66, 37; fors sulement le dragun, Ph. d. Th. 75, 18; ne me ferat ja nul aie for le filz que istra de Marie, M. d'Ad. 82, 24; ains sont de tout assés - fors conpagnie d'oume, R. d'Al. 110, 15; fors tant dont mantir ne vos doi, Chev. au lyon 134, 35; nos n'en savons

fors tant, com dit vos en avons, Ebd. v. 4944 (Ausg. Holland); ne nul nel poeit manier -- fors sul la raine e Brengaine, Tr. 174, 7; tout ont trové fors la creance, Bible G. 209, 10.

Ist dies altfranz. fors der Einschränkung in allen diesen Fällen, in denen es seiner satzlichen Stellung nach Präposition sein könnte, als Präposition aufzufassen? Nein! Eines der obigen Beispiele zeigt uns dies deutlich: ne me ferat ja nul aie for le filz que istra de Marie, M. d'Ad. 82, 24. Filz ist Nominativ, der Accusativ dieses Wortes war fil; for ist in diesem Falle also nachweislich Conjunction und entspricht grammatisch unserem „ausgenommen“. Die übrigen Beispiele lassen die Natur von fors nicht erkennen, indem die betreffenden Substantive entweder keine charakteristische, von der Form deg Nominativ abweichende Accusativform haben, theils das Object durch fors beschränkt ist, also auch nach der Conjunction fors der Accusativ hätte stehen müssen. Wahrscheinlich war dies fors ursprünglich mehr Conjunction, wurde aber allmälich, besonders seitdem die sogenannte règle de l's nicht mehr beobachtet wurde, der Nominativ sich also in der Forin vom Accusativ nicht mehr unterschied, als Präp. aufgefasst. Da die Sprache überhaupt die präpositionale Darstellungsweise der Beziehungen zwischen verschiedenen Begriffen jeder anderen vorzog, ist diese Erscheinung natürlich ; auch unser ausgenommen findet sich in der Umgangssprache bisweilen als Präp. mit dem Accusativ construirt.

Die neufranz. Sprache hat diesen Gebrauch der Präp. hors beibehalten. Ils y sont tous allés, hors deux ou trois. Ac. Hors cela, je suis de votre sentiment. Ebd.

b. Die altfranzösische Präposition fors que, hors que.

In oder nach einem negativen (Haupt-) Satze konnte die einschränkende Conjunction sowohl fors, als que sein (Beispiele siehe weiter unten ; auch der obige präpositionale Gebrauch von hors beruht seinem Ursprunge nach ja hierauf). In ähnlicher Weise setzen wir in diesem Falle entweder ausser oder als. Indem das Wörtchen que in Folge seiner mannigfachen, durchaus einer Einheit (es beruht ja nicht auf einem Etymon) entbehrenden Verwendung allmälig in vielen Fällen ein blosses inhaltloses Formwort, ein sprachliches Bindemittel für den Satzbau geworden war, hatten zu gleicher Zeit die Begriffe ne und que in ihrer correlativen Zusammengehörigkeit zur Bezeichnung der Beschränkung eine solche Autorität über das Ohr erlangt, dass man que nach vorangegangenem ne nicht

entbehrte. Ersteres war aber nicht mehr fähig, in nachdrucksvoller Weise die Bedeutung des lateinischen quam dem Bewusstsein zu vergegenwärtigen, man setzte daher pleonastisch das synonyme fors (hors) verstärkend zu que hinzu. Fors que ist also ursprünglich die Verbindung der beiden Conjunctionen der Beschränkung zur verstärkten conjunctionalen Darstellung derselben Beziehung. Wie das einfache fors, so wurde auch fors que mit der Zeit als Präp. (aber nicht ausschliesslich als solche, ebensowenig wie fors) aufgefasst. Ob es in allen nachfolgenden Beispielen für des Sprachbewusstsein schon präp.

gern

ma vie

Kraft gehabt hat, lässt sich nicht entscheiden. – Seiner Bedeutung nach war fors que synonym mit der einfachen Präp, fors, entsprach also unserm ausser. In den älteren Denkmälern der altfranz. Sprache finden wir, wie sich nach obiger Auseinandersetzung denken lässt, die Präposition fors que nicht. Je ne quier plux en

de tous les biens ki i sont, fors que vostre amor, amie, Lais de Chev. 178, 9; que ja de moi n'en porterés fors que tant com vous li donrés; Bern. 281, 21; je congnois tout fors que moy mesme, Fr. V. 440, 2; De tous poissons, forsque la tenche, Rab. G. I, 39.

Mit dem 17. Jahrhundert hörte der präpositionale Gebrauch von forsque auf.

c. Die präpositionale Verbindung fors de, hors de. Dass in dieser Verbindung hors eigentlich Adverbium des Ortes ist, beweisen folgende Beispiele: De la corbeille sailli hors, Fl. et Bl. 198, 6; l'ostel ne me gete fors moi ne chaut s'on me met la hors, Bern. 279, 5. – Die gewöhnlichste Bedeutung von fors de ist die von foras, hinaus aus ...; seltener kommt es vor in der Bedeutung ausserhalb; noch seltener in der des einfachen fors als Präp. ausser, ausgenommen.

Si esseit (exiit) foers de la civitate, Fragm. 5, 29; vint une voiz treis feiz en la citet hors del sacrarie par cumandement deu, V. d'Al. 24, 9; la met une pucele hors de sein sa mamele, Ph. d. Th. 73, 30; sunt issu fors de la lor contree, R. d'Al. 112, 25; e trestote fors de son sen

court por son fil Asternaten, Troie, 163, 28; Renarz li a la langue traite - bien demi pié fors de la geule, Ren. 230, 15; se departie fors de la vile, Bern. 273, 26; qe trente jors soient seur la vile et fors del mur, Troie 156, 8; Et si vos an mercieront, Que fors de grant peor seront, Chev. au lyon, v. 1864 (Ausg. Holtoutes les merveilles de l'ost

sont tout gas fors de che caitif, . . . Al. Chart. 427, 7.

Einmal findet sich noch im Rolandsliede die einfache Präp. fors in der Bedeutung hinaus aus: fors li ist le cervel, 36, 8.

Die Bedeutungen aus hinaus und ausserhalb hat hors de beibehalten, sowohl in rein räumlichen Verhältnissen, als in übertragenen Gebrauchsweisen. Beschränkend synonym unserm ausser, ausgenommen ist nur noch das einfache hors (siehe oben).

et en

land);

Hors de la ville, Ac. Hors d'ici, Ebd. Etre hors de chez soi, Ebd. Être hors de sa place, Ebd. Ils sont hors de table, Ebd. Un domestique qui est hors de condition, Ebd. Être hors de la portée du canon, Ebd.

Il est hors de lui, und cela le met hors de lui, Ebd. Cela est hors de raison, Ebd. Etre hors de combat, und Mettre quelqu'un hors de combat: Ces deux phrases s'emploient au propre et au figuré, Ac. Hors d'intrigue, hors de difficulté, hors de danger u. 8. W. Ac. Le Prince . . . Périt hors de nos murs, au pied du mont byllène. Soumet (Mätzner).

Uebrigens scheint sich die Umgangssprache wiederum der ältesten Construction der Präp. foris zu nähern, indem sie statt des vorgeschriebenen hors de für obige Beziehungen manchmal einfaches hors setzt. Dans certaines façons de parler familières, on l'emploie (d. h. hors) sans la particule de. Ainsi on dit, „Il est logé hors la barrière.“ Ac.

Der formelhafte Ausdruck: mettre quelqu'un hors la loi gehört nicht hierher, denn er bedeutet: Jemanden eigenmächtig verurtheilen ohne das Gesetz, hors ist also einschränkend (envoyer au supplice sans jugement, Ac.)

3. Hors als Conjunction. Unter 2, a und 2, b ist nachgewiesen, wie fors und fors que als Präp. der Beschränkung aus den entsprechenden Conjunctionen der Beschränkung hervorgegangen sind. Es ist ferner darauf hingewiesen, dass in manchen der angeführten Beispiele diese Formen vielleicht für das Sprachbewusstsein noch mehr Conjunctionen, als Präp. waren. Sowohl fors als fors que verblieben nun auch der Sprache als das, was sie der Vulgärsprache ursprünglich gewesen sein müssen, als Conjunctionen, insofern sie vor nicht-substantivische Wörter treten können, auch an die Spitze ganzer Sätze. — Uebrigens sind die conjunctional gebrauchten Präp. eigentlich nie reine Conjunctionen gewesen, und zwar gilt dies vom Altfranz. noch weit mehr wie vom Neufranz. Für den Satz sind sie blosse Bindemittel; das Denken des Redenden setzt aber den Inhalt des ihnen folgenden Satzes oder Begriffes, welcher Art er auch sei, in eine Art Abhängigkeit von ihnen. Dass fors und fors que synonym sind, letzteres nur als eine durch Tautologie bewirkte stärkere Hervorhebung des Begriffes des einfachen fors anzusehen ist, ist oben gezeigt.

a.

Fors: n’en pout el faire sors atendre, Brut 85, 24; En le forest est l'os cele nuit ostelee: il n'ont autres ostens fors cascuns le ramee, R. d’Al. 112, 19; fors moy engingnier, Chanson de Richard i d'Angleterre 187, 22; je ne m'en sai vengier fors au plourer, Chât. d. Concy 189, 23; n'aiment fors — quant talent leur prent, Chansons de Gaces Brulez 250, 38; amour est large de joie fors d'une, Al. Chart. 425, 1; tout nud fors des brayes, Perc. 462, 32.

Im Neufranz. kann hors als Conjunction nur noch zur Satzverbindung (hors que, siehe unten) und beim Infinitiv gebraucht werden. In letzterem Falle, in welchem, wie obige Beispiele darthun, das einfache fors stand (neben fors que), tritt zu diesem Wort jetzt immer de hinzu (siehe die Präp. beim Infinitiv). Hors de le battre, il ne pouvait le traiter plus mal. Ac.

b. Fors que : il ne fu fais fors que pour esgarder, H. d. B. 58, 39; fors que Guiborc li rova saluer, Ebd. 67, 26; qu'ele ne pooit depecier – fors que par un tot seul peril, C. d. G. 141, 9; si que ne pens a riens vivant fors k'a la bele au cler vis, Motets 313, 28; fors que violette mieulx en flaire, Al. Chart. 427, 7.

Das neufranz. hors que dient nur noch dazu, einen Nebensatz mit seinem Hauptsatze zu verbinden. Il lui a fait toutes sortes de mauvais traitements, hors qu'il ne l'a pas battu. Ac.

Defors, Dehors. Die wesentliche Bedeutung von defors ist schon in seinen ältesten Vorkommnissen die Bedeutung „im Draussen“,. d. h. in dem Raume, welcher der Beziehung „ausserhalb“ entspricht.

Fors ist also in dieser Verbindung hinsichtlich seiner grammatischen • Bedeutung substantivisch aufzufassen. Defors ist mithin eine auf das

selbe Princip zurückzuführende, begrifflich durchaus analoge Composition mit dedens, davant (devant), u. s. w. Wie de dazu gelangte, die betreffenden prä positionale Begriffe in der Weise zu modificiren, dass es die Idee des Raumes, der allseitigen Ausdehnung in dieselben hineinlegte, ist bei de und devant näher erörtert.

Anmerkung. Wenn wir neben defors (debors) nicht auch ohne Begriffsunterschied de defors (de dehors) finden, so hat dies offenbar seinen Grund darin, dass sich in defors neben fors die Präp. de hinreichend deutlich als für sich bestehend zu erkennen gab, was bei devant, zumal bei davant und dedens einfaches vant und einfaches dens waren nicht vorhanden – nicht der Fall war. Der Redende legte mit Bewusstsein dem Begriffe des einfachen fors eine Modification bei, welche ver mittelst der Präp. de bewirkt werden musste; nur die ungetrübte Präp. de konnte diese Moditi.

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