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cation ihrem Werthe gemäss empfinden lassen. In der Form defors (dehors) war de für das Auge wie für das Obr deutlich genug ein neues Agregat zu fors (hors).

Was die Bedeutung von defors als Redetheil betrifft, so ist diese Form für das Altfranz. ganz ebenso zu beurtheilen, wie devant (siehe dieses). Man vergleiche später das Capitel: „Ueber den grammatischen Werth der im Altfranz. als Präp. gebrauchten Wortformen über

haupt.“

Defors (Dehors) findet sich nun gebraucht:

1. Als Adverbium, entsprechend unserem ,, draussen,“ dem lateinischen foris, foras, aber mehr, als jedes dieser, den Ort, an welchen ein Gegenstand versetzt wird, als ausgedehnten Raum dem Denken vorführend.

Li rois, cui deus et ire atise remest dehors toz coreciez, G. d'Engl. 120, 31; moult m'angoixe et esmaie — se ne peirt defors, Chanson de Blondel de Neele, 187, 13; qui defors fu moult angoisseus; Ren. 226, 29.

Diesen adverbialen Gebrauch hat dehors im Neufranz. beibehalten, besonders in der Umgangssprache. Im guten Stile werden die betreffenden Beziehungen meistens durch au dehors ausgedrückt.

Je le croyais dedans, il est dehors. Ac. Il est allé dehors. Ebd. Il a mis son domestique dehors. Ebd. Mettre dehors un billet (Terme de commerce). Ebd. Ne pas savoir si l'on est dedans ou dehors. Ebd. Ce bâtiment va mettre dehors in See stechen). Ebd. Toutes voiles dehors (alle Segel beigesetzt, Terme de Marine). Ebd.

Anmerkung. Zu beachten ist, dass das altfranz. demonstrative Ortsadverbium dehors auch als attributive Bestimmung gebraucht werden konnte, obne in diesem Falle seine Natur als Adverbium aufzugeben. Zum richtigen Verständnisse dieser Verwendung von dehors brauchen wir nur unser eigenes Sprachgefühl in Hinsicht unsrer Muttersprache zu befragen. Auch wir gebrauchen unser „draussen“ in analoger Weise: Der Mann draussen = der Mann, welcher ist (nicht die Copula „ist“, sondern = sich befindet) draus

Aebnlich verbält es sich mit dem englischen without.

En l'erbage defors sunt descendu a pié, Rom. d'Al. 109, 9; et la flors qu'est defors si est lor vesteure, Ebd. 114, 30; molt en ourent grant desconfort et cil defors et cil dedens, Troie, 155, 25; et s'en vindrent en un bruiere dehors, Froiss. 405, 24.

2. Als Substantiv. Wie sehr die Zusammensetzungen von Präpositionen mit de, welches die Idee der räumlichen Ausdehnung

sen.

rung erleiden

der jedesmaligen Beziehung der einfachen Präp. beilegte, zu einer absoluten Auffassung des Gesammtbegriffes und demgemäss zu einer substantivischen Verwendung sich eigneten, ist bei davant (devant) schon gezeigt. Da sie nicht reine Substantive sind, so haben sie nur dann satzlich volle substantivische Geltung, d. b. sie fordern nur dann die Verbindung des abhängigen Wortes vermittelst der Präp. de (den possessiven Genitiv), wenn ihre Natur als Substantive durch den Artikel nachdrücklich bestätigt ist. Besonders geläufig waren der Sprache stets die präpositionalen Verbindungen de dehors, en dehors, par dehors, au dehors. Da dehors als eigentliches Substantiv auch der neufranz. Sprache verblieb, so war damit das Fortbestehen dieser Ausdrucksweisen gesichert; auch hinsichtlich ibres Begriffes konnten sie keine Verände

pense, k'il

par

defors ne soit ensi humles qu'il par dedenz en

son cuer soit orguillous. St. B. 106, 7. On lui cria de dehors. Ac. Venir de dehors. Ebd. La porte s'ouvre en dehors. Ebd. Cela avance trop en dehors. Ebd. Cette maison est belle par dehors. Ebd. Faire le tour par dehors. Ebd. Avoir, mettre la pointe des pieds en dehors. Ebd. Cette maison parait belle par le dehors. Ebd. Le mal n'est qu'au dehors. Ebd.

Eine präpositionale Beziehung ist dargestellt durch diese Verbindungen in folgenden Beispielen. Il passa par dehors la ville. Ac. (On ne l'emploie ainsi que dans cette phrase et dans quelques autres semblables. Ebd.) - En dehors s'emploie quelquefois avec de: En dedans et en dehors de la ville. Ac. Tout ce qui est en dehors de cette ligne ne fait point partie de la France. Ebd.

Auch wird dehors noch jetzt als reines Substantiv gebraucht mit der Bedeutung: die Aussenseite. Cette maison paraît belle par ses dehors. Les dehors de cette ville sont bons. Ac. Il y a de beaux dehors, de bons dehors à cette place. Ebd. Il garde bien les dehors. Ebd. Ce sont des dehors trompeurs. Ebd.

3. Als Präposition. Als solche hatte dehors gegenüber hors (nach aussen, siebe oben) seinem Begriffe gemäss hauptsächlich die Beziehung „ausserhalb“ darzustellen.

Defors sun cors veit gesir la buelle, Rol. 35, 37; defors la cité sarestut, Brut 85, 25; u. 8. w. In dieser Bedeutung wird dehors als Präp. angewandt bis auf Corneille und Molière, also bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts hinein. Jetzt nur noch in wenigen herkömmlichen Wendungen : Les ennemis sont dedans et dehors la ville. Ac. Archiv f. n. Sprachen. XLV.

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210 Ueber die formelle u. begriffliche Entwickl. d. franz. Präposition.

Anmerkung Weshalb Bartsch die Formen fors und hors, ebenso defors und dehors in dem Glossar zu seiner Chrestomathie de l'ancien français getrennt aufführt, sogar letzterem eine andere Bedeutung beilegt, als defors, während er sonst die verschiedenen Formen desselben Wortes zu. sammenstellt, ist mir nicht recht klar. Diese Formen sind nicht zu trennen, auch nicht verschiedenen Dialecten zuzuschreiben; neben der Aspirate f wurde allgemein in der flüchtigen Rede schon in früher Zeit die blosse Aspiration vernommen und demgemäss bisweilen geschrieben, eine Erscheinung, welche an sich nichts Unnatürliches hat. Dass die ursprünglicheren Formen fors und defors bis in das 16. Jahrhundert die üblicheren waren, gilt vielleicht weniger für die gesprochene, als für die immerhin gemessenere, bedächtigere geschriebene Sprache.

Kart
Greifswald.

Dr. K. Boeddeker.

Beurtheilungen und kurze Anzeigen.

Deutsches Lesebuch für Gymnasien, Real-- und höhere Bürger

schulen von J. Hopf und K. Paulsiek. II, 2. Zweiter Abschnitt: Proben der klassischen Poesie und Prosa des 16., 17., 18. und 19. Jahrhunderts, in einen kurzen Abriss der neuern Literaturgeschichte eingerahmt. Von K. Paulsiek. 2. Aufl. (VIII, 312. Preis 28 Sgr. -- Berlin bei E. S. Mittler & Sohn 1869.)

So liegt nun auch der Schlussband dieses wichtigen Unterrichtswerkes in neuer Auflage vor uns, dessen nächster Vorgänger (mit den Proben der klassischen Poesie des 12—15. Jahrhunderts) sich vor ungefäbr einem Jahre an dieser Stelle bei den Lesern einführen durfte. Von dem Augenblicke an, wo das Bedürfniss einer zweiten Auflage des für Secunda und Prima bestimmten Schlussbandes sich einstellte, beschäftigte den Verfasser, Herrn K. Paulsiek (Direktor der Höheren Gewerbeschule zu Magdeburg), der Gedanke einer gründlichen Umgestaltung grade dieser Stufe lebhaft und andauernd, einer Umgestaltung, zu welcher, neben mancherlei äusserlichen Veranlassungen, die inzwischen neu gewonnenen Erfahrungen auf diesem Lehrgebiete und manche in der Sache wohlbegründete Forderungen gleichdringend zu rathen schienen. So wurde denn zunächst die oberste Stufe in jene zwei Abschnitte zerlegt und dem erstern die mittelhochdeutsche Dichtung zugewiesen, während der letztere ausschliesslich die Proben der neuhochdeutschen Poesie und Prosa zu liefern bestimmt ward – eine Scheidung, welche, ohne der Sache irgendwie Eintrag zu thun, besonders allen den Lehranstalten willkommen sein musste, in deren Lehrplan die Lektüre unsrer mittelhochdeutschen Dichter zur Zeit noch keine Stelle gefunden hat. Aber auch für den zweiten Abschnitt musste zunächst eine Ausscheidung, beziehungsweise eine Beschränkung der mitzutheilenden Proben durchaus wünschenswerth erscheinen. Sodann Ferlangte das Interesse des literaturgeschichtlichen Unterrichtes, dass an die Stelle der eidographischen Anordnung die naturgemässere bistorische durchgeführt wurde.

In jener Beziehung durften nur Abdrücke aus solchen Dichtern, welche nach dem Erscheinen guter Volksausgaben in den Händen jedes Bildungssuchenden sind (Schiller, Uhland, Körner u. a.), ohne Bedenken hier gespart werden. Für die Poesie wurde nur das im hervorragendsten Sinne Klassische, das für eine Periode oder einen Schriftsteller entschieden Charakteristische oder endlich das für die freie, einheitliche Entwickelung, des deutschen Geisteslebens Bedeutungsvollste für die herzustellende 2. Auflage ausgewäblt. So erscheinen denn unter den 52 beriicksichtigten Dichtern in vollerem Umfange ausgezogen nur noch H. Sachs, Fischart, Klopstock, Herder (der Cid in 49 Romanzen), Goethe, Hölderlin, Rückert, Platen, Geibel. Dramatischen Proben oder Bruchstücken hat sich die neue Auflage so entschieden, wie die erste, und mit vollem Recht verschlossen.

Für die Prosa konnte es, immer den Unterrichtszweck vor allem im Auge, nicht darauf ankommen, von allen möglichen Stilarten und Stilisten, so werth sie übrigens der Beachtung sein mochten, hier Musterstücke auszuziehen, welche ja doch in den meisten Fällen zugleich nur Bruchstücke sein könnten und ich stimme aus voller Ueberzeugung der Ansicht des Verfassers bei, dass derartige Anthologien schwer die Beimischung rein subjektiver Eklektik abweisen können und darum füglich der Privatlektüre überlassen bleiben der Klassenunterricht auf der Oberstufe bedarf lediglich einer kleinen Auslese solcher Abhandlungen, welche vorzügliche Stoffe für logische, ästhetische, sprach- und literaturgeschichtliche Bildung darbieten. Nach diesem Grundsatze sind denn hier ausser Luther, dem Begründer der deutschen Prosa (p. 4—25.) vorzugsweise vertreten Lessing (p. 111-169), Herder, J. Grimm, während die übrigen 7 Prosaisten nur ungefähr einen Bogen füllen. Darf ich nach meinem eignen, im Unterricht auf der Secunda und Prima gemachten Beobachtungen und Erfahrungen urtheilen, so konnte unter der Fülle von grossen Prosaisten eine glücklichere Wahl zum Behufe der Unterrichtszwecke nicht getroffen werden; für keinen Schriftsteller lässt die reifere Jugend sich schneller, danernder, und mit reicherm Gewinne für die logische und stilistische Ausbildung gewinnen, als für Lessing. Mag immerhin der Zögling gelegentlich sich an Schiller's fantasieund farbenreicher, blühender Darstellung bistorischer Gegenstände erwärmen, an Herder's gedrungner, gedankenreicher, oft dunkler Ausdrucksweise seinen Ideenkreis erweitern und bereichern, seinen Scharfsinn proben und üben die strenge Schulung des Gedankens, die schlichte, zuchtvolle, immer den Kern treffende Behandlung seiner Probleme vermag er doch nur an und mit Lessing in dem rechten Maasse zu lernen. In diesem Sinne bietet denn das Paulsiek’sche Buch eine reiche und reichliche, wohlgeordnete und geschickt redigirte Auswahl aus sämmtlichen einschlägigen Abhandlungen Lessing's: Ueber die Fabel (113—22.), Laokoon (122–33), Hamburgische Dramaturgie (12 Stücke, p. 133—153), Wie die Alten den Tod gebildet (p. 154-64.), Ueber das Epigramm (164—169). Von Herder mögen die 3 Stücke aus seiner Abhandlung über das Epigramm, von J. Grimm „das Wesen der Thierfabel“ – „die deutschen Dialekte“ noch besonders hervor. gehoben sein. · Es wird dem sachkundigen Beurtheiler schwerlich ein Zweifel sein, dass mit diesem Prozesse der Ausscheidung und Umschmelzung diese Oberstufe an Geschlossenheit, Planmässigkeit und Nutzbarkeit ein ganz Erhebliches gewonnen hat. Der Klassenunterricht findet unmittelbar hier einen festen Kanon und eine gediegene Unterlage für die Lektüre und ihre Absichten.

Ich würde indess die neue Auflage nur unvollständig charakterisirt haben, wollte ich nicht noch des „Rahmens“ gedenken, welcher die ausgewäblten Proben der Poesie und Prosa einzuschliessen bestimmt ist, der literaturgeschichtlichen Einleitungen und Uebersichten, welche jeder der Perioden und Periodenabschnitte vorausgeschickt sind. Sollen jene den gesammten Entwicklungsprozess, wie er in der Literatur sich vollzieht, in den grossen, wesentlichen Zügen charakterisiren, so beabsichtigen diese eine Uebersicht über die bedeutungsvollsten literarischen Erzeugnisse und ihre Schöpfer zu vermitteln. Gegeben ist im Grossen und Ganzen natürlich nur, was der Unterricht verlangen und verwerthen kann, aber gegeben in so trefflicher Gliederung und so gedrungener, klarer Form, dass schon mit dieser Partie der Verfasser seinem Werke den glänzendsten Empfehlungsbrief geschrieben hat. Den hervorragenderen Dichtern ist dann jedesmal noch eine besondre

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