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Wer Gott veracht ohn Mass und Zahl
Wer Ablass nennt ein Carneval,
Dem backt der Deufel Fassnacht-Kuchen.

A. Birlinger.

Bonn.

Das Fremdwort in der deutschen Sprache. Das Fremdwort ist eine Erscheinung aller Sprachen, vor Allem der Sprachen aller gebildeten Völker. Sehr verschieden aher ist das Verhalten der Sprachen gegeniiber den in ihren ursprünglichen Quell eingedrungenen Fremdworten. Ein Vortrag „ras Fremdwort in seiner kulturhistorischen Entstehung und Bedeutung, Berlin 1870,“ welchen August Boltz im nassauischen Alterthumsverein gehalten, behandelt das Fremdwort als eine allgemeine Erscheinung des Sprachenlebens. Auf das verschiedenartige Verhalten der Sprachen gegenüber dem aus einenı anderen Sprachquell aufgenommenen Element nimmt der Vortrag keine Rücksicht.

Der allgemeine Grund für das Auftreten des Fremdwortes, oder, wie wir auch sagen können, für die Vermischung der Sprachquellen, liegt in der Aufnahme geistigen Eigenthums aus fremden Volks- und Bildungskreisen. Kein Volk, das über die dürftigsten Anfänge der Bildung hinweg. schreitet, erzeugt selbständig den ganzen geistigen Besitz, dessen es bedarf. Mit den fremden Vorstellungen kommen die fremden Worte. Denn sollte mit dem Einstromen neuer Begriffe und Bilder die Sprache des aufnehmenden Volkes in der Bildung neuer Worte gleichen Schritt halten, so würde dazu eine ungewöhnliche Energie und Beschleunigung der sprachbildenden Thätigkeit gehören, und damit der ursprünglichen geistigen Bildungskraft überhaupt. Es ist begreiflich, dass diese Erscheinung im Völkerleben noch niemals beobachtet worden ist; es liegt ein Widersprucb darin, dass ein Volk in dem nanlichen Zeitpunkt, wo es sich einem fremden Inhalt gegenüber leidend, die eigene Thätigkeit zurückdrängend, verbält, nach der Seite der Form ungewöhnlich schöpferisch und selbstthätig sich verbalten sollte. Langsam und nach und nach vielmehr vollzieht sich den fremd aufgenommenen Bestandtheilen gegenüber die allgemein geistige und sprachliche Aneignung durch die eigenthümliche Bildungskraft eines jeden Volkes.

Das Fremdwort nun in seiner engern Bedeutung ist nicht dasjenige Wort, welches mit einer Minderzahl seines Gleichen gleichsam als Fremd. ling in ein anderes Sprachgebiet verschlagen worden, sondern, um in dem eben gebrauchten Bilde zu bleiben, dasjenige Wort, welches in der neuen Heimath ein Fremdling geblieben, welches das Gepräge der Sprachumgebung, in die es versetzt worden, nicht angenommen hat. Dasjenige Wort dagegen, welches, obwohl aus einem andern Sprachquell geflossen, doch der Form nach völlig mit der Sprache verschmolzen worden, in die es übergegangen, wird von der neueren Sprachwissenschaft Lehnwort genannt. Die deutsche Sprache bietet belehrenile Beispiele von Worten, die in einer friiheren Periode unserm Sprachschatz angeeignet, nur noch dem Sprachforscher als Lehnworte kenntlich sind, während in einer späteren Periode dasselbe Wort mit einer andern Bedeutung nochmals aufgenommen wurde, und diesmal das Gepräge des Fremdwortes behielt. Das Wort Vogt ist ein Lehnwort, die deutsche Umbildung des lateinischen advocatus. Das Wort Advocat kennt jeder als Fremdwort. Beide Mal bedeutet das Wort einen ordnungsmässig bestellten Beistand: das eine Mal aber den Beistand des Oberherrn in der Verwaltung ihm unterstellter Personen und Güter, das andere Mal den Beistand des Hülfesuchenden vor Gericht. Nur in dem ersten Fall hat die Sprache die Kraft besessen, dem Wort das fremde Gepräge abzustreifen.

Nach dem, was über den Grund der Aufnahme fremder Sprachelemente bemerkt worden, ergiebt sich in der Anwendung auf unsere deutsche Sprache leicht die Folge, dass jede energische Berührung mit einem fremden Kulturkreis einen Strom fremden Sprachgutes in dieselbe geleitet hat. Zuerst die Berührung mit den Römern. Diese hat namentlich eine Menge Kunstausdrücke des gewerblichen und wirthschaftlichen Lebens herzugeführt. Sodann die Berührung mit dem lateinisch-kirchlichen Wortschatz. Endlich die Berührung mit den als Kulturgebilde neu erstehenden europäischen Sprachen. Frankreich lieferte vorzugsweise gesellschaftliche und militärischtechnische, Italien kaufmännische und ästhetisch-künstlerische, Spanien geographische und naturbistorische Kunstausdrücke. Einen eigenen Strom von Fremdworten brachten die Einführung des römischen Rechts und die Wiederbelebung des klassischen Humanismus, später die Blüthe des französischen Hoflebens im 18. Jahrhundert, sodann die politischen Einwirkungen der französischen Revolutionsepoche, und in unseren Tagen die eingehendere Bekanntschaft mit den politischen Einrichtungen Englands und seiner Amtssprache. Dass bei einer Verkehrsentwickelung, wie die unseres Jahrhunderts, Ausdrücke, namentlich des industriellen und des gesellschaftlichen Lebens, sobald die Gegenstände zur allgemeinen Anwendung geeignet, sich alsbald verbreiten, ehe die Thätigkeit in den einzelnen Sprachgebieten Zeit hat, mit neuen Wortbildungen Schritt zu halten, ist ohnehin begreiflich.

Weit schwerer als die allgemeine Erscheinung des Fremdwortes im Sprachenleben, ist der Grund des verschiedenen Verhaltens der Sprachen dem ersteren gegenüber zu verstehen. Ja die Erscheinung dieser Verschiedenartigkeit ist nicht nur bis jetzt nicht begriffen, sondern in ihren Abstufungen nur erst sehr mangelhaft beobachtet.

Es fällt sogleich in die Augen, welche grosse Zabl lateinischer und französischer Worte sich in der englischen Sprache finden, die nur oberflächlich durch Endsylhen, Beugungsformen und Aussprache das englische Gepräge zu tragen scheinen; und doch hat diese scheinbar unbegrenzte Aneignungsfähigkeit der englischen Sprache eine feine Grenze, deren Gesetz aber noch unaufgehellt ist.

Die deutsche Sprache zeichnet sich fast vor allen gebildeten Sprachen durch die grosse Zahl ihrer Fremdworte im engeren Sinne aus, d. h. also derjenigen Worte, welche aus einem fremden Sprachquell geflossen, das fremde Gepräge behalten. Diese Erscheinung ist häufig genug beklagt und nicht selten auf eine gewisse Charakterlosigkeit, Schwache und mangelndes Selbstgefühl des deutschen Volkes zurückgeführt worden. Auch an Vorscblagen der Abhülfe hat es nicht gefehlt. Man hat bald zu einer gewaltsamen Verdeutschung aller Fremdworte, d. h. zu einem Ersatz derselben durch eigens gebildete Worte denn die mit den Worten verbundenen Vorstellungen konnte oder wollte man nicht entbehren von rein deutscher Abkunft gedrängt, bald wenigstens zu einer Umprägung der Fremdworte durch deutsche Schreibung, auch hin und wieder durch veränderte Aussprache, Beugung u. s. w.

An dem zeitweisen Ueberwuchern des Fremdworts in der deutschen Sprache mögen Trägheit und Ziererei ihren Antheil haben; aber jedenfalls ist derselbe weit geringer als man gewöhnlich glaubt. Die Hauptursache der reichlichen Fremdworte in der deutschen Sprache ist die grossartige, allseitige Aufgeschlossenheit des deutschen Geisteslebens. Der Reichthum, die Mannigfaltigkeit, die feine Unterscheidung der Vorstellungen, das Bedürfniss, kein irgendwie werthvolles und brauchbares Vorstellungsgebiet sich entgehen zu lassen, und gleichzeitig das Bedürfniss, die Eigenthumlichkeit jedes Vorstellungskreises möglichst unverändert zu erhalten diese deutschen Eigenschaften sind es, welche den Strom des Fremdwortes durch unsere Sprache immerfort bindurchleiten. Es war aller verderblich, wenn dieser Strom, wie es zeitweise geschehen ist, die eigene Sprache überflutbete und den Bildungstrieb derselben hemmte. Aber bisher hat sich dieser Trieb dem fremden Elemente gegenüber immer wieder siegreich erhoben.

Ein Theil der fremden Vorstellungen und mit ihnen die fremden Bezeichnungen werden mit der Zeit als überflüssig ausgestossen. Bei Vorstellungen, welche in den geistigen Grundstock iler Sprache übergehen, werden mit der Zeit die Bezeichnungen nach dem deutschen Sprachtypus umgeformt oder ebenso häufig von dem Sprachbildungstrieb durch neue echt deutsche Worte ersetzt, oder es werden die Vorstellungen dem schon vorhandenen Wortvorrath untergelegt. Die gewaltsame Verdeutschung der Fremdworte ist daher ein Vorgreifen gegenüber dem sicher und gut arbeitenden Trieb der Sprachbildung, welches zu verfehlten, oft komischen Versuchen führt.

Ein kleiner Theil der Fremdworte verträgt weder die Umformung noch die Uebersetzung; dahin gehören namentlich onomatopoetische Fremdworte. Das Wort Galop giebt eine Bewegung tonmalend wieder, und so ist es einfach beizubehalten. Der gut gemeinte Vorschlag, Galop durch Schnellhüpflauf zu ersetzen, ist darum unbrauchbar, weil die letztere Bezeichnung eine Definition der betreffenden Bewegung, die erstere eine sinnliche Wiedergabe ist. Die Sprache kann aber auf dem sinnlichen Gebiet nur die wirksamsten Bezeichnungen gebrauchen.

Ebenfalls dem eigenen Zweck ganz zuwiderlaufend ist das Bestreben, die Fremdworte sobald als möglich, wenigstens der Form nach, in Schrei. bung, Beugung, Aussprache dem deutschen Typus anzupassen. Dieses Be. streben möchie alle fremdworte sogleich in Lehnworte verwandeln. Auch hier liegt ein Vorgreifen gegenüber dem Walten des Sprachbildungstriebes vor.

Nicht die Fremdworte, die da kommen und gehen, sondern die tbeils bewusstlose, theils bewusste Halbverdeutschung führt zur Sprachmengerei.

(K. Pr. Staatsanzeiger,)

nennen.

Zur volksthümlichen Kanzelberedsamkeit des 17. und 18.

Jahrhunderts.
Qui autem dixerit fatue: reus erit gehennæ ignis. Mattb. 5.
Wer aber wird sagen/ du Narr? der wird schuldig seyn des böl-

lischen Feurs.
Das andere Gebott; Du solt den Namen deines GOttes nicht eitl
Von Gottslästeren/ Schelten/ und Fluchen wider das andere Ge-

bott GOttes. Sobald der Allmächtige GOTT in seinem ersten Gebott andere Götter zu haben verbotten/ und gesprochen hat: Ich bin der HERR dein GOTT du solt neben mir keine frembde Götter haben; hat er gleich darauf in dem andern Gebott verbotten/ dass wir seinen heiligen Namen nicht solten eitl und vergebens nennen. Als hätte er sagen wollen: O Mensch! Ich der HERR dein GOTT hab einen solchen Namen/ und will in solcher æstimation und Hochschätzung bey allen Creaturen in Himmel und auf Erden gehalten werden, dass wann man nur meinen heiligen Namen bört aussprechen und nennen/ jedermänniglich zu meiner und meines heiligen Namens Verebrung solte bewegt werden. Gleichwie verständige und ehrliche Leute/ wann sie den Namen ibres Königs/ oder Käysers hören nennen/ eine hohe Meinung von ihrem König und Herrn schöpffen/ und ein Reverenz und Ebrenbietig.

* Aus Heribert's v. Salurn Capuc. (). Predigten. Salzb. 1694–1708.

keit zur Aussprechung seines Namens erzeigen. Also wolte der höchste König und Käyser Himmels und der Erden GOtt der Allmächtige/ dass wir ihn in gebührender höchsten æstimation, und Hochschätzung haben solten/ und seinen heiligen Namen ehren. Ein guter Namen/ ein gut æstimation und Meinung von Einem ist bey uns Menschen das gröste Kleinod; auf dieses dringt auch der allmächtige GOtt/ seinen göttlichen Namen sucht er auch in gebührendem Respect bey uns zu erbalten/ da er uns im andern Gebott verbiettet/ dass wir den Namen GOTTES nicht sollen eitel nennen/ und im heiligen Vatter unser befilcht, dass sein Name solte geheiliget werden, indem er uns hat lehren betten: Geheiliget werde dein Nam. Petimus, ut nomen Dei sanctum babeatur ab bominibus, & ita illis innotescat Deus, ut non existiment aliquid sanctius, quod magis offendere timeant, spricht der Heilige Augustinus/ wir begehren mit diesen Worten des Heiligen Vatter unsers: Geheiliget werde dein Name/ dass der Namen GOttes von den Menschen heilig solte gehalten werden/ und dass die Menschen in solche Erkäntnuss Gottes solten kommen, dass sie nichts höhers und heiligers solten schätzen als Gott und nichts mehrers solten förchten zu beleidigen als Gott und seinen Heil. Namen. Dann wann Gott der Allmächtige in dem heutigen heil. Evangelio sagt/ dass derjenige des höllischen Feuers schuldig sey/ welcher seinen Bruder schiltet/ und einen Narren heisst! was für Straff wird dann derjenige verdienen? welcher nicht einen Menschen, sondern Gott selbst/ und seinen beil. Namen lästert schiltet/ und Bucht? wer GOtt wird schelten/ oder Fluchen/ der wird die Sünd tragen/ spricht GOtt Levitici am 24. Cap. wer aber den Namen GOttes wird lästeren/ der solte des Todtes sterben. Qui blasphemaverit nomen Domini, morte moriatur. Lev. 24 fübre den gotteslästerlichen Menschen hinaus/ befahle GOTT dem Moysi Levitici 24. und alle, die ihn haben bören Gotteslästern Schelten/ und Fluchen/ die solten/ ihre Händ auf sein Haupt legen/ und alles Volck solt ihn versteinigen. Von diesen schwehren Sünden des Gotteslästern/ Schel. ten/ und Fluchen/ mit welchen Gott/ und sein H, Namen grob verunebrt. und verletzt wird/ will ich in gegenwärtiger Predig handelni etc.

Es ist zwar ein Unterscheid zwischen dem Schwören/ Schelten/ Fluchen und Gotteslästeren/ dann schwören ist/ wann man sagt: Bey GOtt/ beym Sacrament/ beym Element/ etc. Darum sagt man/ er hat bei GOtt geschworen. Bey seiner Seelen Seeligkeit/ etc. Schelten ist/ wann man sagt: Du Schelm/ du Dieb/ du Narr/ du dieser und dieser du Donnersvieby du Teuffelsvieh/ du HurenSobn/ du Donnerswetter/ du Hagelswetter/ etc. Fluchen ist: Wann man sagt: Dass dich gottshundert tausend Sacra. etc.

Ubel wüntschen ist/ wann man sagt: Dass dich der Teuffel hole/ dass du erkrummest! dass du erblindest/ dass du die Händ und Füss abfallest/ dass du den Teufi einsauffest; Ey so friss/ dass du erschnölscht, dass du die Pest/ den Siechthum überkommest/ etc. Gott lästern aber ist/ wann man solche Worte redet/ die Gott/ oder seinen Heiligen/ oder den heiligen Sachen ein grosse Unehr zufügen: als wann man thäte sagen: Gott ist ungerecht/ er ist falsch/ er ist ein Lugner/ haltet nicht/ was er versprochen bat/ er ist unbarmhertzig, er ist tyrannisch/ er kan und weiss die Welt nicht zu regieren/ etc. Oder wann man GOtt that übernämen/ oder aber einen Heiligen/ oder wann man thäte sagen: Dass dich Gottsherr Gottschänd/ Sacrament schánd/ etc. dieses seynd Gottslästerungen/ welches wol zu mercken ist/ weil bey den gemeinen Leuten nichts gemeiners ist/ als diese Wort: Gottsherr Gottschånd/ Sacrament schänd/ sie achtens für nichts und seynd doch rechte Gottslästerliche Wort. Wiewol/ sprich ich/ ein Unterschied ist unter dem Schwören/ Schelten/ Fluchen/ und Gottslästern/ so seynd es doch alle Sünden wider das andere Gebott Gottes; du solt den Namen Gottes nit eitl nennen. Und ist die Gottslästerung die gröste Sünd unter allen diesen Sünden; dann blasphemia est maledictio, & despectio Divini Nominis, sagt der grosse Theologus Caietanus in cap. 24. Levitici, die Gottslästerung ist eine Vermaledeyung/ und Verachtung des göttlichen Namen. Das Gottslästeren ist eine Sach/ die GOtt zu einer grossen Schmach gereicht.

Das falsch schwören ist zwar eine grosse Sünd/ spricht der H. KirchenLehrer Augustinus! aber das Gottslästeren ist noch ein weit ärgeres Laster/ dann durch das falsch schwören/ wird Gott nur zum Zeichen einer unwarhafften Sach gebraucht/ in dem Gotteslästern aber werden GOTT selbst unwarhaffte Sachen zugemessen/ und zwar gemeiniglich mit grossen Zorn und Verbitterung des Gottslästerers/ gleichsam als wolte er sich an GOTT rächnen und seine heilige Sacramentas Blut/ Wundeni Creutz/ durch welche er flucht und gottslästert/ verachten/ und GOtt darmit trutzen/ und scbänden.

O entsetzliches! O grausames Laster der Gottslästerung! Wann ein Mensch den andern schmähet und schändet/ so kan man sie wiederum versöhnen/ wann aber GOtt selbst gelastert/ und geschändet wird/ wer wird GOtt wiederum versöhnen? 1. Reg. 2. v. 25. Es ist nichts erschröcklichers als die Gottslästerung/ sagt der H. Hieronymus in Apologia, welche das gottslästerliche Maul gen Himmel wirfft/ und Gott selbst an seinen Ehren angreifft. Kein Sünd macht den Menschen denen bösen Geistern den Teuflen so ähnlich und gleich als wie das Gottslästern. Aller Gottslästerer Zungen und Mäuler seyn Zungen und Mäuler der Teuffel/ von denen der Psalmist gesprochen hat: Ihre Mäuler seynd voller Lästerungen und Bitterkeit Psalm. 13. v. 3.

Den Vogel kennt man aus dem Gesang/ den Menschen aus seiner Sprach; die Gottslasterer seyn Teufl aus der Höll/ und gehören zum Teuflen in die Höll/ ihr Sprach verrathet sie; denn die Teuf und die Verdambte in der Höll reden diese Sprach/ sie thun mit gröster Verbitterung/ Gott lastern schelten/ und fluchen. Blasphemia est idioma infernalis Inimici, & Damnatorum, spricht Joh. Gerson. to. 4. consid. 2. das Gottslästeren ist die Sprach des höllischen Feinds/ und der Verdambten; dann in der Höll bört man nichts anders als Gottslästerungen/ und Verfluchungen GOttes/ und seiner lieben Heiligen. S. Bernardinus to. 1. serm. 41. art. 3. c. 1.

Wann die barbarische Völker in Lydia, die Atlantides genannt nach der schönen Morgenröthe sehen die Sonnen aufgehen/ rotten sie sich zusammen/ wider das gutthätige Weltliecht/ und werffen unsinniger Weiss mit Verbitterung Stein wider die Sonnen gen Himmel/ sie schiessen Pfeil hinauf/ schwingen mit grossen Gescbrey Lantzen und Schwerdter darwider. O homines humani ritus degeneres! O unmenschliche Menschen! aber noch grössere Unsinnigkeit verüben die Gottslästerer/ Schelter und Flucher/ indem sie nit wider die natürliche Sonnen/ sondern wider die Sonnen der göttlichen Gerechtigkeit die Pfeil der Gottslästerungen gen Himmel schies. sen/ und die Lantzen und Schwerdter des Scheltens und Fluchens wider die göttliche Majestät schwingen. O Himinell für wem behaltest du deine Donner und Blitz auf? dass du solche Gottslästerliche Mäuler nicht darmit in Abgrund hinunter schlägst? O Feur! warum ergreiffest du nicht solche gottlose Zungen/ und brennest sie bey der Wurtzen aus? О Erden! warum zertheilest dich nicht unter den Füssen solcher verteufleter Menschen und verschluckest sie lebendig? dann in die ewige Verdamnus zum Teuflen hinunter gehören die Gottslästerer.

Der heiligeEffrem redet die gottslästerliche Menschen an und sagt: Getrauest du dir dein gottslästerliches Maul zu eröffnen du verwegner Mensch! und wider GOTT/ und seinen Heiligen in Himmel Gottslästerungen Schwur/ und Fluchen auszugiessen? und förchtest dir nicht? das dich die Feurblitz von Himmel in Abgrund der Höllen werden hinunterschlagen? da du dein gottslästerliches Maul wider den allmächtigen GOtt eröffnest ? vor dessen göttlicher Majestät die Engel im Himmel erzittern.

Weist du nicht? dass wegen der ausgestossnen Gottslästerungen des Assyrischen Königs Sennacharibs wider GOtt) in einer Nacht hundert und fünft und achtzig tausend Menschen vom Engel Gottes seyn erschlagen wor

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