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hic mihi responsum primus dedit ille petenti:
'pascite, ut ante, boves, pueri; submittite tauros.
4. Fortunate senex, ergo tua rura manebunt.
et tibi magna satis, quamvis lapis omnia nudus
limosoque palus obducat pascua iunco.
non insueta gravis temptabunt pabula fetas,
nec mala vicini pecoris contagia laedent.
fortunate senex, hic inter flumina nota
et fontis sacros frigus captabis opacum.
hinc tibi , quae semper, vicino ab limite, saepes
Hyblaeis apibus florem depasta salicti
saepe levi somnum suadebit inire susurro;
hinc alla sub rupe canet frondator ad auras :
nec tamen interea raucae, tua cura , palumbes,
Dec gemere aëria cessabit turtur ab ulmo.
T. Ante leves ergo pascentur in aequore cervi,

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Monats, d. h. an den Kalenden,
Nonen oder Idus, ein Opfer.
Die Verse 42 u. 43 sind, wie v.
1 o. 8, wohl erst bei der zweiten
Recension in das Gedicht einge-
schoben,

44. primus. Octavianus war der Erste, der dem Tit. auf sein Befragen (petenti) volle Beruhigung über sein zukünftiges Verbleiben auf dem Gole seines Herrn gab.

45. lauros submittere, Zuchtstiere aufwachsen lassen, s. G. III, 73. 159.

46. tua ist das Prädicat, vgl. E. 3, 23. 9, 4.

47. et tibi, für dich, den Genügsamen, Warum setzt Vergil hier den Werth seines Gutes herab? und Farum lässt er dies durch den Nachbar Meliboeus, und nicht durch den Tityrus thun ?

49. gravis feltas, die schwachen (G. III, 95) Mutterschafe, vor und Bach der Geburt. – temptare, angreifen, von ungesunden Nahrungsmitteln und Krankheiten, s. G. III, 441.

51. Rumina. Der Plur. ist versplasst durch den Gegensatz der flumina ignota, die Melib. aufsuchen boss, und gerechtfertigt durch den

Gedanken an die Krümmungen und
Kanäle des Mincius.

53. Wie v. 56 hinc durch alla
sub rupe näher bestimmt wird, so
hier durch die Worte vicino ab li-
mile. Ueber das part. perf. de-
pasta, das scheinbar für das part.
praes. steht, s. 2. A. VI, 335.
Aus dem folg. suadebit ist zu den
W. quae semper das perf. suasit
zu ergänzen; semper, immer bisher,
vgl. E. 6, 15. Da das Weiden-
geflecht eines Zaunes nicht alljähr-
lich ausschlägt, so ist hier unter
saepes natürlich ein lebendiger Zaun
von Weiden, d. h. eine durch eine
Reihe von Weiden gebildete Grenz-
mark zu verstehen.

54. Hyblaeis apibus, Bienen, die so würzigen Honig tragen, wie in den Thymianfeldern der sicilischen Stadt Hybla, vgl. E. 7, 37.

56. Ueber die Beschäftigungen des Winzers s. G. II, 365 ss. canet ad auras vgl. ‘A. X, 459: ad aethera fatur.

57. cura, bei Dichtern oft zur Bezeichnung des Gegenstandes der sorglichen Liebe; ähnlich ignis E. 3, 66. furor E. 10, 38.

59–63. Enthusiastischer Ausdruck der Dankbarkeit gegen den

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M.

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et freta destituent nudos in litore pisces,
ante pererratis amborum finibus exul
aut Ararim Parthus bibet aut Germania Tigrim,
quam nostro illius labatur pectore voltus.

At nos hinc alii sitientis ibimus Afros, pars Scythiam et rapidum certe veniemus ad Oxum et penitus toto divisos orbe Britannos. en umquam patrios longo post tempore finis, pauperis et tuguri congestum caespite culmen, post aliquot mea regna videns mirabor aristas? impius haec tam culta novalia miles habebit, barbarus has segetes; en quo discordia civis produxit miseros: his nos consevimus agros ! insere nunc, Meliboee, piros, pone ordine vitis. ite meae, felix quondam pecus, ite capellae.

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Octavianus: eher sollen Thiere und Völker ihre Wohnsitze mit einander vertauschen etc.

60. freta dest. Dem Elemente, in welchem die Fische leben, wird die von diesen ausgehende Thätigkeit zugeschrieben, vgl. A. VII, 676–77. IX, 67.

61. exul hiess jeder, der sich nicht in seinem Vaterlande aufhielt, 8. A. V, 51.

62. Die beiden Flüsse, von denen der Arar kein germanischer und der Tigris kein parthischer Strom war, stellt der Dichter zusammen, weil die Parther, wenn sie den Tigris, die Germanen, wenn sie den Arar überschritten, das Gebiet römischer Gewaltherrschaft betraten.

64–66. In seiner Verzweiflung betrachtet sich Melib. als einen Exilirten und bezeichnet die entlegensten Länder der drei Erdtheile als einzige Zufluchtsstätten. Da durch Scythiam Asien noch nicht bestimmt bezeichnet war, denn auch in Europa wohnten Scythen, so war ein weiterer Zusatz nöthig, der durch Erwähnung des schlammreichen Oxus, von dem Curt. VII, 10 sagt: Orus quia limum vehit turbidus semper est, gegeben wird.

64. ibimus Afros, der Völker

name statt des Ländernamens, und dieser, wie häufig bei Dichtern, wie ein Städtename construirt.

65. rapidum. So nennt auch Prisc. Perieg. 724 den Oxus; vgl. auch Avien, 925: Sugdias ingenti quam flumine dissicit Orus und 927: (hic) per prolicos evectus protinus agros Caspia propellit fluctu freta. Ueber die Lesarten cretae u. Oaren s. d. Anh.

66. tolo div. orbe, denn durch den Oceanus wurde Britannien von der den Römern bekannten Erde getrennt.

67. en leitet einen in eine Frage gekleideten Wunsch ein, vgl. E. 8, 7.

69. post nimmt das vorherg. longo post lempore wieder auf, also: später einmal. 'Ebenso steht ante G. II, 261 mit Bezug auf das vorhergehende multo ante. aliquot ar., nur spärliche Aehren, weil der jetzige Besitzer, der impius miles, vielleicht gar ein Ausländer, der im römischen Heere gedient hatte, alles wird verwildern lassen.

73. insere, pfropfe, vgl. E. 9, 50. G. II, 69. Vebrigens ist die Aufforderung im Tone bitterer Ironie gesprochen. - ordine, im quincunt, 8. G. II, 277.

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non ego vos posthac viridi proiectus in antro
dumosa pendere procul de rupe videbo;
carmina pulla capam; non me pascente, capellae,
florentem cytisum et salices carpetis amaras.
T. Hic tamen hanc mecum poteras requiescere noctem
fronde super viridi: sunt nobis mitia poma,
castaneae molles et pressi copia lactis;
et iam summa procul villarum culmina fumant
maioresque cadunt altis de montibus umbrae.

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ECLOGA II. Formosum pastor Corydon ardebat Alexim, delicias domini, nec, quid speraret , habebat. tantam inter densas, umbrosa cacumina , fagos

75. viridi in antro, in umrank- leitung giebt das Thema (v. 1-2) ier Grotte.

und die Scene des Gesanges an 79–83. Tit. ruft diese Worte dem (v. 3-5). seine Ziegen bereits weiter treiben- 1. ard. Alexim. Dass V. hier den Melib. nach.

ardere mit d. acc. der Person, für 81. pressi cop. l., frischer Käse, die Jemand in Liebe entbrannt ist, der unter einem Gewichte gepresst verbindet, ist eine der vielen Sprachward.

neuerungen V.'s, Hor. construirt 82. fumant, die Giebel rauchten ardere in dieser Bed, mit d. abl., von der Zubereitung der römischen Ovid mit in und d. abl. Hauptmahlzeit.

2. nec, quid speraret , habebat, Eel. 2. Das Thema dieser Ekloge, er wusste nicht, worauf er etwa deren Scene Vergil nach Sicilien seine Hoffnung setzen sollte; nec, verlegt, ist der Schmerz über ver- quod sper., hab., er hatte nichts schmähte Liebe und seine Besänf- zu hoffen, hatte keine Hoffnung. tiguog. Uebersetzungen und Nach- 3. inter steht bei den Verben der bildungen von Versen des Theokrit, Bewegung proleptisch, also hier: welche denselben Gegenstand be- ad d. f. veniebat, ut inter d. f. handeln, sind zuerst zu einem kleinen esset. V. scheint zuerst die Präp. Gedichtiv. 6—30) zusammengestellt. inter so gebraucht zu haben, vgl. Dann ist derselbe Gedanke in den noch A. V, 618. X, 710. XII, 437; Fersen 31-73 etwas freier in vier seinem Vorgänge folgte, wie in so Abschnitten ausgeführt, von denen vielem Anderen, später Liv., z. B. 5, der erste und der zweite die Ver- 27, 2: progressus inter stationes sprechungen des Liebenden (ge- hostium. 44, 3, 5: quos paucos inmeinsame Pflege der Kunst v. 31 ter media praesidia hostium prae-39 und Geschenke, wie sie ein miserat. Die Apposition umHirt bieten konnte, v. 40–55), der brosa cac. giebt den Grund an, dritte (v. 56–68) die Qualen gei- warum er so oft zu den densis Der Verzweiflung, der vierte (v. 69 fagis ging, sie bildeten nämlich ein -73) die Heilung seines Schmer- zusammenhängendes Laubdach. Den zes zum Gegenstande hat. Die Ein- Accus. als sog. griech. Accus, mit adsidue veniebat. ibi haec incondita solus montibus et silvis studio iactabat inani:

5 “Ο crudelis Alexi, nihil mea carmina curas ? nil nostri miserere ? mori me denique coges. nunc etiam pecudes umbras et frigora captant, nunc viridis etiam occultant spineta lacertos, Thestylis et rapido fessis messoribus aestu

10 alia serpullumque herbas contundit olentis. at mecum raucis, tua dum vestigia lustro, sole sub ardenti resonant arbusta cicadis. nonne fuit satius, tristis Amaryllidis iras atque superba pati fastidia ? nonne Menalcan,

15 quamvis ille niger, quamvis tu candidus esses? o formose puer, nimium ne crede colori! alba ligustra cadunt, vaccinia nigra leguntur. despectus tibi sum nec, qui sim, quaeris, Alexi, quam dives pecoris, nivei quam lactis abundans:

20 mille meae Siculis errant in montibus agnae; lac mihi non aestate novum, non frigore defit. canto, quae solitus, si quando armenta vocabat, Amphion Dircaeus in Actaeo Aracyntho. densas zu verbinden, verbietet schon πόνον. mec. rauc. res. arb. cic. die Cäsur. Aehnlich verhält es sich dichterische Inversion für raucae cimit der Stelle E. 9, 9.

cadae mecum arbusta resonant. : 4. incondita, schmucklos.

16. niger, gebräunt. Mit dem 6. Vgl. Theokr. 3, 6: ωχ αρίεσσGedanken vgl. Ε. 10, 38 α. 39. 'Αμαρυλλί, 11, 19: ώ λευκά Γαλά- 17. Vgl. Theokr. 7, 121: αίαιτεια 1. 3, 33: τυ δε

μευ λόγον φαντί Φιλίνε, το τοι καλον άν. ουδένα ποιή, 52: τιν δ' ου μέλει. θος απορρεϊ. ουκέτ' αείδω.

18. cadunt, unbeachtet, ohne za 7. Vgl. Theokr. 7, 119; επεί τον Kränzen gesucht und gepflückt zu ξείνον ο δύσμορος ουκ ελεεί μεν υ. werden. . leguntur, vgl. Theokr. 3, 9: απάγξασθαι με ποιησεις. 10, 29: εν τοίς στεφάνοις λέγον

9. gl. Theokr. 7, 22: ανίκα δη και σαύρος εν αιμασιαλίσι καθεύ- 19-21. Vgl. Theokr. 11, 30: γι. δει.

νώσκω, χαρίεσσα κόρα, τίνος ανεκα 10–11. Die Magd Thestylis be- φεύγεις α. 11, 34, 35: αλλ' ωυτός, reitet die gewöhnliche Speise der τοιούτος εών, βοτα χίλια βόσκω, römischen Landleute, Soldaten und κήκ τούτων το κράτιστον αμελγόSchiffer, das moretum, ein Gericht μενος γάλα πίνω. aus Knoblauch, Käse, Essig, Del 22. gl. Theokr. 11, 36: τυρος 1. 8. w. Die Zubereitung desselben δ' ου λείπει μ' ούτ' έν θέρει ούτ' wird genau beschrieben in dem Ge- έν οπώρα. dichte Moretum, s. Einl. p. 3. 23. gl. Theokr. 11, 38 : συρί

12-13. Vgl. Theokr. 7, 138: τοι σδεν δ' ως ούτις επίσταμαι ωδε δε ποτί σκιαραϊς όροδαμνίσιν αι- Κυκλώπων. θαλίωνες τέττιγες λαλαγεύντες έχουν 24. Der sangeskundige Gründer

ται.

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nec sum adeo informis: nuper me in litore vidi,
cum placidum ventis staret mare; non ego Daphnim
iudice te metuam, si numquam fallit imago.
o tantum libeat mecum tibi sordida rura
atque humilis habitare casas et figere cervos
haedorumque gregem viridi compellere hibisco!
mecum una in silvis imitabere Pana canendo.
Pan primus calamos cera coniungere pluris
instituit, Pan curat ovis oviumque magistros.
nec te poeniteat calamo trivisse labellum:
haec eadem ut sciret, quid non faciebat Amyntas?
est mihi disparibus septem compacta cicutis
fistula , Damoetas dono mihi quam dedit olim
et dixit moriens: „te nunc habet ista secundum.“
dixit Damoetas, invidit stultus Amyntas.
praeterea duo, nec tuta mihi valle reperti,
capreoli, sparsis etiam nunc pellibus albo;
bina die siccant ovis ubera; quos tibi servo.

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Thebens, Amphion (von der böotischen Quelle Dirce hier Dircaeus genannt), wurde gleich nach seiner Geburt mit seinem Zwillingsbruder Zethus auf dem Aracynthus, dem bõotischen Grenzgebirge gegen Acle (früberer Name Attica's), ausgesetzt und von einem Hirten erzogen.

25-26. Vgl. Theokr. 6, 34.35: xai γάρ την ουδ' είδος έχω κακόν, ως με λέγοντι ή γαρ πραν ες πόντον εσέδρακον, ής δε γαλάνα. Den Winden schrieb mau dieMacht zu, das Meer nicht nur aufzuregen, sondern auch wieder zu beruhigen, vgl. A. III, 69. V, 763. Hor. od. 1, 3, 15: (noto) non arbiter Hadriae maior, tollere seu ponere vult freta, Soph. Αj. 674: δεινών τ' άημα πνευ μάτων εκοίμισε στένοντα πόντον. Daphnis, ein Sohn des Merkur und einer Nymphe, war ein wegen seiDer Schönheit und seines Gesanges hochgepriesener Hirte Siciliens.

27. iudice te, vgl. Theokr. 6, 37: ας παρ' εμίν κέκριται.

29. sordida und humilis aus der Seele des Alexis.

30. compellere hibisco, zum Ei

bisch (ein Futterkraut) treiben. hibisco Dativ des Ziels.

31-39. „Verachte das Leben der Hirten nicht: es wird durch die gemeinsame Pflege einer Kunst geschmückt, die unter dem Schutze eines eigenen Gottes steht und in der ich Meister bin."

33. Wie Pan auf die Erfindung der Syrinx kam, erzählt Ovid. Met. 1, 689 - 712. ovium. Warum nicht earum? 8. zu A. VI, 380.

34-35. Amyntas und Damoetas, Namen zweier Hirten, von denen letzterer Meister auf der Syrinx war.

40--44. Der Werth des Geschenkes wird erhöht durch die Gefahr, mit welcher Corydon die Böcklein aus dem Lager der Mutter in einem schroffen Felsthale wegholte.

41. etiam nunc, denn die weissen Flecken pflegten sich nach dem ersten Halbjahr zu verdunkeln,

42–44. Vgl. Theokr. 3, 34-36: αίγα φυλάσσω, τάν με και α Μέρμνωνος 'Εριθακές α μελανόχρως αιτεί· και δωσω οι, επεί τυ μοι ενδιαθρύπτη.

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