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Johann Gottfried os. Herder's

Ideen
...

zur :
Philosophie der Geschichte

der Menschheit.

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Vorwort.'

Der Herr Verleger dieser Ausgabe von Herder's Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit ersuchte mich so freundlich um eine Einleitung in dieses Werk und um Anmerkungen zu demselben, daß ich theils wegen dieses ehrenvollen Zutrauens', theils aus Ehrfurcht für den Verewigten nicht umhin konnte, die Erfüllung des Gesuche zu versprechen. Sobald es meine Berufsgeschäfte und andere Arbeiten erlaubten, fing ich auch in der That · an, das Werk mit Anmerkungen und Zusagen mancherlei Art zu begleiten. Meine Absicht dabei war, immer den Punft, auf welchen es mir anzukommen schien, durch neue Erläuterungen aus eigner oder fremder Forschung mehr hervorzuheben, den Gang der Untersuchung deutlicher zu bezeichnen, das Ziel klarer nachzuweisen, und das Einzelne, fo viel als möglich, in das Ganze hineinzubilden und auf das Ziel hinzuleitert. Ich fand aber bald, daß es schwer sein würde, wenn nicht unmöglich, diese Absicht auszuführen. Einmal würde die Anzahl der Anmerkungen und Zufäße sehr groß geworden sein, und dennoch wäre mir gewiß nicht gelungen, zu erreichen, was ich erstrebte, und das reich ausgestattete Werk zu einfacher, klarer Einheit zu bringen. Zweitens fien es auch keineswegs gerathen, gegen Herdern hin und wieder zu streiten; und dieses hätte sidy schwerlich vermeiden lassen. Denn wenn ich auch im Allgemeinen mit dem übereinstimme, welches der innerste Keru seiner Untersuchungen zu sein, oder vielmehr, welches fich im Innersten seines Gemüths bewegt und ihn zu diesem (in vieler Rücksicht höchst vortrefflichen) Werke bewogen zu haben scheint: so kann ich doch nicht leugnen, daß ich ihm

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in gar Vielem nicht beistimmen konnte, und am Wenigsten in der Art und Weise seiner Forschung. Nun aber war der Druck wegen meines Versprechens aufgehalten; es shien unbillig, dasselbe ganz zurückzunehmen. Ich entschloß mich daher, eine kurze Einleitung in das Buch zu schreiben, und wo möglich den Gesichtậpiinkt zu bezeichnen, von welchem aus dasselbe, nach meiner Ansicht, gewürdigt werden müsse, . wenn der dauernde Werth desselben erkannt werden soll. Für diesen Zweck und unter solchen Verhältnissen ist die Einleitung geschrieben. Ich bin keineswegs der Meinung, daß der Werth des Buchs durch dieselbe irgend einen Zuwachs erhalten werde, von welchem gesprochen werden könnte; aber ich glaube, daß durch dieselbe erreicht werden mag, was der Herr Verleger ursprünglich wohl nur durch meine Arbeit hat erreichen wollen, daß nämlich diese Außa gabe der Herderschen Ideen durch eine fremde Abhandlung ein bestimmtes Merkmal erhalten sollte, durch welche sie fich von allen andern Ausgaben unterschiede. Dazu scheinen die wenigen Blåtter meines Aufsabes hinzureichen, und dazu lege ich sie dem Werke bei. Zum Glück ist Herder's Buch von der Art, daß es keiner fremden Einführung bedarf, um den Bessern des deutschen Volkes immer willkommen zu sein. Meine Abhandlung wird daher schon zufrieden sein, wenn man sie als eine zufällige, des Buchs nicht unwürdige, und dem Leser nicht unangenehme Zugabe ansåhe, und sie würde sich sehr freuen, wenn gefunden würde, daß die Gedanken, die sie bringt, nicht unwahr wären, und der Standpunkt, den sie für Herder's Werk angiebt, nicht unrichtig. ' Jena, im December 1811.

· H. Luden.

Vorrede.

Ais ich vor zehn Jahren die kleine Schrift: Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit herausgab: sollte das Auch dieses Titels wohl nichts weniger als ein anch' io son pittore sagen. Es sollte vielmehr, wie auch der Zusat „Beitrag zu vielen Beiträgen des Jahrhunderts", und das untergesepte Motto zeigte, eine Note der Bescheidenheit sein, daß der Verfasser diese Schrift für nichts minder als für eine vollståndige Philosophie der Geschichte unsres Geschlechts gebe, sondern daß er neben so vielen gebahnten Wegen, die man immer und immer betrat, auch auf einen kleinen Fußsteig wiese, den man zur Seite liegen ließ und der doch auch vielleicht eines Ideenganges werth wäre. Die hie und da im Buch citirten Schriften zeigen genugsám, welches die betreinen und ausgetretnen Wege waren, von denen der Verfasser ablenken wollte! und so sollte sein Versuch nichts als ein fliegendes Blatt, ein Beitrag zu Beiträgen sein, welches auch seine Gestalt weiset. · Die Schrift war bald vergriffen und ich ward zu einer neuen Ausgabe derselben ermuntert; unmöglich aber konnte diese neue Ausgabe sich jeßt in ihrer alten Gestalt vor's Ange des Publikums wagen. Ich hatte es bemerkt, daß einige Gedanken meines Werkchens, auch ohne mich zu nennen, in andre Bücher übergegangen und in einem Umfange angewandt waren, an den ich nicht gedacht hatte. Das bescheidne „Auch war vergessen; und doch war mir es nie

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