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verum haec tantum alias inter caput extulit urbes, quantum lenta solent inter viburna cupressi.

25 Et quae tanta fuit Romam tibi causa videndi ?

Libertas, quae sera tamen respexit inertem, candidior postquam tondenti barba cadebat; respexit tamen et longo post tempore venit, postquam nos Amaryllis habet, Galatea reliquit.

30 namque, fatebor enim, dum me Galatea tenebat, nec spes libertatis erat nec cura peculi. quamvis multa meis exiret victima saeptis, pinguis et ingratae premeretur caseus urbi, non umquam gravis aere domum mihi dextra redibat.

35 Mirabar, quid maesta deos, Amarylli, vocares, cui pendere sua patereris in arbore poma : Tityrus hinc aberat. ipsae te, Tityre, pinus, ipsi te fontes, ipsa haec arbusta vocabant. Quid facerem ? neque servitio me exire licebat

40 nec tam praesentis alibi cognoscere divos. hic illum vidi iuvenem, Meliboee, quot annis bis senos cui nostra dies altaria fumant. Anaphora des sic, wofür es in lidem habeo, da er es allein dem Prosa geheissen hätte utsic, ver wohlthätigen Einfluss der Amaryllis sinnlicht den gleichen Massstab, den zuschreibt, dass er sich jetzt die Tit. an verschiedenartige Dinge legt. Freiheit hat erkaufen können.

27-35, Die römischen Sklaven 34. ingratae. Mit komischem konnten sich mit ihrem ersparten Eifer schilt Tit. die Stadt undankGelde, peculium, die Freiheit er bar, als ob sie ihm absichtlich den kaufen. An Gelegenheit, sich ein Dank vorenthalte und für seine solches peculium zu erwerben, hatte Waare nicht so viel Geld zahle, es dem Tit. nicht gefehlt, s. v. 33. dass er nach gemachtem Einkauf 34, aber er war unthätig geblieben für seine Galatea noch einen vollen und hatte alles erworbene Geld Beutel nach Hause bringen könne. seiner damaligen Geliebten Galatea 38–39. Metaphorische Belebung zu Gefallen für Tand ausgegeben, sinnlicher Gegenstände; vgl. Ecl. v. 35. Erst als ihm Galatea un 5, 27: Daphni, tuum Poenos etiam treu wurde und ihn die haushälte ingemuisse leones interitum monrische Amaryllis fesselte, dachte er, tesque feri silvaeque locuntur. freilich schon in vorgerücktem Alter 40-45. Gründe für seine Reise (v. 28), daran, zu sparen, um sich nach Rom: 1) das Verlangen, sich die Freiheit zu gewinnen, und ging die Freiheit zu erkaufen, 2) die zu diesem Zwecke nach Rom, wo Furcht, es möchte einer der Vetesein Herr, wie die meisten Besitzer ranen sich in den Besitz des Gutes grösserer italischer Landgüter, lebte. setzen. Vgl. Hor. carm. III, 5,

28. postquam c. Imperf. von der 2. 3: praesens divus habebitur öfteren Wiederholung und dem blei Augustus und serm. II, 6, 52: deos benden Zustande.

quoniam propius contingis. 30. postq. nos Amaryllis habet 43. Den Laren brachte der Rösagt Tit., nicht postq. ego Amaryl mer an einem der Haupttage jedes

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hic mihi responsum primus dedit ille petenti:
‘pascite, ut ante, boves, pueri; submittite tauros.'

45 M. Fortunate senex, ergo tua rura manebunt. et tibi magna satis, quamvis lapis omnia nudus limosoque palus obducat pascua iunco. non insueta gravis temptabunt pabula fetas, nec mala vicini pecoris contagia laedent.

50 fortunate senex, hic inter flumina nota et fontis sacros frigus captabis opacum. hinc tibi, quae semper, vicino ab limite, saepes Hyblaeis apibus florem depasta salicti saepe levi somnum suadebit inire susurro;

55 hinc alta sub rupe canet frondator ad auras : nec tamen interea raucae, tua cura, palumbes, nec gemere aëria cessabit turtur ab ulmo.

Ante leves ergo pascentur in aequore cervi, Monats, d. b. an den Kalenden, Gedanken an die Krümmungen und Nonen oder Idus, ein Opfer. Kanäle des Mincius. Die Verse 42 u. 43 sind, wie v. 53. Wie v. 56 hinc durch alla 7 u. 8, wohl erst bei der zweiten sub rupe näher bestimmt wird, so Recension in das Gedicht einge hier durch die Worte vicino ab lischoben.

mite. Ueber das part. perf. de44. primus. Octavianus war der pasta, das scheinbar für das part. Erste, der dem Tit. auf sein Befra praes. steht, s. 2. A. VI, 335. gen (petenti) volle Beruhigung über Aus dem folg. suadebit ist zu den sein zukünftiges Verbleiben auf dem W. quae semper das perf. suasit Gute seines Herrn gab.

zu ergänzen; semper, immer bisher, 45. tauros submittere, Zucht vgl. E. 6, 15. Da das Weidenstiere aufwachsen lassen, s. G. III, geflecht eines Zaunes nicht alljähr73. 159.

lich ausschlägt, so ist hier unter 46. tua ist das Prädicat, vgl. E. saepes natürlich ein lebendiger Zaun 4.

von Weiden, d. h. eine durch eine 47. et tibi, für dich, den Genüg Reihe von Weiden gebildete Grenz

Warum setzt Vergil hier mark zu verstehen. den Werth seines Gutes herab? und 54. Hyblaeis apibus, Bienen, die warum lässt er dies durch den Nach so würzigen Honig tragen, wie in bar Meliboeus, und nicht durch den Thymianfeldern der sicilischen den Tityrus thun ?

Stadt Hybla, vgl. E. 7, 37. 49. gravis fetas, die schwachen 56. Veber die Beschäftigungen (G. III, 95) Mutterschafe, vor und des Winzers s. G. II, 365 ss. nach der Geburt. temptare, an canet ad auras vgl. A. X, 459: greifen, von ungesunden Nahrungs ad aethera fatur. mitteln und Krankheiten, s. G. III, 57. cura , bei Dichtern oft zur 441.

Bezeichnung des Gegenstandes der 51. flumina. Der Plur. ist ver sorglichen Liebe; ähnlich ignis E. aplasst durch den Gegensatz der 3, 66. furor E. 10, 38. flumina ignota, die Melib. aufsuchen 59–63. Enthusiastischer Ausmuss, und gerechtfertigt durch den druck der Dankbarkeit gegen den

3, 23. 9,

samen.

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et freta destituent nudos in litore pisces,
ante pererratis amborum finibus exul
aut Ararim Parthus bibet aut Germania Tigrim,
quam nostro illius labatur pectore voltus.

At nos hinc alii sitientis ibimus Afros, pars Scythiam et rapidum certe veniemus ad Oxum et penitus toto divisos be Britannos. en umquam patrios longo post tempore finis, pauperis et tuguri congestum caespite culmen, post aliquot mea regna videns mirabor aristas ? impius haec tam culta novalia miles habebit, barbarus has segetes; en quo discordia civis produxit miseros: his nos consevimus agros ! insere nunc, Meliboee, piros, pone ordine vitis. ite meae, felix quondam pecus, ite capellae.

70

Octavianus : eher sollen Thiere und Völker ihre Wohnsitze mit einander vertauschen etc.

60. freta dest. Dem Elemente, in welchem die Fische leben, wird die von diesen ausgehende Thätigkeit zugeschrieben, vgl. A. VII, 676-77. IX, 67.

61. exul hiess jeder, der sich nicht in seinem Vaterlande aufhielt, 8. A. V, 51.

62. Die beiden Flüsse, von denen der Arar kein germanischer und der Tigris kein parthischer Strom war, stellt der Dichter zusammen, weil die Parther, wenn sie den Tigris, die Germanen, wenn sie den Ărar überschritten, das Gebiet römischer Gewaltherrschaft betraten.

64-66. In seiner Verzweiflung betrachtet sich Melib, als einen Exilirten und bezeichnet die entlegensten Länder der drei Erdtheile als einzige Zufluchtsstätten. Da durch Scythiam Asien noch nicht bestimmt bezeichnet war, denn auch in Europa wohnten Scythen, so war ein weiterer Zusatz nöthig, der durch Erwähnung des schlammreichen Oxus, von dem Curt. VII, 10 sagt: Oxus quia limum vehit turbidus semper est, gegeben wird.

64. ibimus Afros, der Völker

name statt des Ländernamens, und dieser, wie häufig bei Dichtern, wie ein Städtename construirt.

65. rapidum. So nennt auch Prisc. Perieg. 724 den Oxus; vgl. auch Avien. 925: Sugdias ingenti quam flumine dissicit Oxus und 927: (hic) per prolixos evectus protinus agros Caspia propellit fluctu freta. Ueber die Lesarten cretae u. Oaxen s. d. Anh.

66. toto div. orbe, denn durch den Oceanus wurde Britannien von der den Römern bekannten Erde getrennt.

67. en leitet einen in eine Frage gekleideten Wunsch ein, vgl. E. 8, 7.

69. post nimmt das vorherg. longo post tempore wieder auf, also: später einmal. Ebenso steht ante G. II, 261 mit Bezug auf das vorhergehende multo ante. aliquot ar., nur spärliche Aehren, weil der jetzige Besitzer, der impius miles, vielleicht gar ein Ausländer, der im römischen Heere gedient hatte, alles wird verwildern lassen.

73. insere, pfropfe, vgl. E. 9, 50. G. II, 69. Uebrigens ist die Aufforderung im Tone bitterer Ironie gesprochen. - ordine, im quincunx, s. G. II, 277.

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non ego vos posthac viridi proiectus in antro
dumosa pendere procul de rupe videbo;
carmina nulla canam; non me pascente, capellae,
florentem cytisum et salices carpetis amaras.

Hic tamen hanc mecum poteras requiescere noctem fronde super viridi: sunt nobis mitia poma, castaneae molles et pressi copia lactis; et iam summa procul villarum culmina fumant maioresque cadunt altis de montibus umbrae.

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ECLOGA II. Formosum pastor Corydon ardebat Alexim, delicias domini, nec, quid speraret, habebat. tantum inter densas, umbrosa cacumina , fagos

75. viridi in antro, in umrankter Grotte.

79–83. Tit. ruft diese Worte dem seine Ziegen bereits weiter treibenden Melib. nach.

81. pressi cop. l., frischer Käse, der unter einem Gewichte gepresst ward.

82. fumant, die Giebel rauchten von der Zubereitung der römischen Hauptmahlzeit.

Ecl. 2. Das Thema dieser Ekloge, deren Scene Vergil nach Sicilien verlegt, ist der Schmerz über verschmähte Liebe und seine Besänftigung. Uebersetzungen und Nachbildungen von Versen des Theokrit, welche denselben Gegenstand behandeln, sind zuerst zu einem kleinen Gedicht(v. 6-30) zusammengestellt. Dann ist derselbe Gedanke in den Versen 31-73 etwas freier in vier Abschnitten ausgeführt, von denen der erste und der zweite die Versprechungen des Liebenden (gemeinsame Pflege der Kunst v. 31 -39 und Geschenke, wie sie ein Hirt bieten konnte, v. 40–55), der dritte (v, 56–68) die Qualen seiner Verzweiflung, der vierte (v. 69 —73) die Heilung seines Schmerzes zum Gegenstande hat. Die Ein

leitung giebt das Thema (v. 1-2) und die Scene des Gesanges an (v. 3—5).

1. ard. Alexim. Dass V. hier ardere mit d. acc. der Person, für die Jemand in Liebe entbrannt ist, verbindet, ist eine der vielen Sprachneuerungen V.'s, Hor. construirt ardere in dieser Bed. mit d. abl., Ovid mit in und d. abl.

2. nec, quid speraret , habebat, er wusste nicht, worauf er etwa seine Hoffnung setzen sollte; nec, quod sper., hab., er hatte nichts zu hoffen, hatte keine Hoffnung:

3. inter steht bei den Verben der Bewegung proleptisch, also hier: ad d. f. veniebat, ut inter d. f. esset. V. scheint zuerst die Präp. inter so gebraucht zu haben, vgl. noch A. V, 618. X, 710. XII, 437; seinem Vorgange folgte, wie in so vielem Anderen, später Liv., z. B. 5, 27, 2: progressus inter stationes hostium. 44, 3, 5: quos paucos inter media praesidia hostiuin praemiserat. Die Apposition umbrosa cac. giebt den Grund an,

er so oft zu den densis fagis ging, sie bildeten nämlich ein zusammenhängendes Laubdach. Den Accus. als sog. griech. Accus. mit

warum

adsidue veniebat. ibi haec incondita solus montibus et silvis studio iactabat inani:

5 O crudelis Alexi, nihil mea carmina curas ? nil nostri miserere ? mori me denique coges. nunc etiam pecudes umbras et frigora captant, nunc viridis etiam occultant spineta lacertos, Thestylis et rapido fessis messoribus aestu

10 alia serpullumque herbas contundit olentis. at mecum raucis, tua dum vestigia lustro, sole sub ardenti resonant arbusta cicadis. nonne fuit satius, tristis Amaryllidis iras atque superba pati fastidia ? nonne Menalcan,

15 quamvis ille niger, quamvis tu candidus esses ? o formose puer, nimium ne crede colori! alba ligustra cadunt, vaccinia nigra leguntur. despectus tibi sum nec, qui sim, quaeris, Alexi, quam dives pecoris, nivei quam lactis abundans:

20 mille meae Siculis errant in montibus agnae; lac mihi non aestate novum, non frigore defit. canto, quae solitus, si quando armenta vocabat, Amphion Dircaeus in Actaeo Aracyntho. densas zu verbinden, verbietet schon πόνον. mec. rauc. res. arb. cic. die Cäsur. Aehnlich verhält es sich dichterische Inversion für raucae cimit der Stelle E. 9, 9.

cadae mecum arbusta resonant. : 4. incondita, schmucklos.

16. niger, gebräunt. Mit dem 6. Vgl. Theokr. 3, 6: ωχ αρίεσσGedanken vgl. Ε. 10, 38 u. 39.: Αμαρυλλί, 11, 19: ώ λευκά Γαλά 17. Vgl. Theokr. 7, 121: αίαιτεια 1. 3, 33: τύ δε μευ λόγον φαντί Φιλίνε, το τοι καλόν άνουδένα ποιή, 52: τιν δ' ου μέλει.

θος απορρεϊ. ουκέτ' άείδω.

18. cadunt, unbeachtet, ohne zu 7. Vgl. Theokr. 7, 119; επεί τον Kränzen gesucht und gepflückt zu ξείνον ο δύσμορος ουκ ελεεί με u. werden. leguntur, vgl. Theokr. 3, 9: απάγξασθαι με ποιησεις. 10, 29: εν τοίς στεφάνοις λέγον

9. Vgl. Theokr. 7, 22: ανίκα δη και σαύρος εν αιμασιαϊσι καθεύ 19-21. Vgl. Theokr. 11, 30: γιδει.

νώσκω, χαρίεσσα κόρα, τίνος ών εκα 10-11. Die Magd Thestylis be-. φεύγεις u. 11, 34, 35: αλλ' αυτός, reitet die gewöhnliche Speise der τοιούτος εών, βοτα χίλια βόσκω, römischen Landleute, Soldaten und κήν τούτων το κράτιστον αμελγόSchiffer, das moretum, ein Gericht μενος γάλα πίνω. aus Knoblauch, Käse, Essig, Oel 22. gl. Theokr. 11, 36: τυρος U. S. W. Die Zubereitung desselben δ' ου λείπει μ' ούτ' έν θέρεί ούτ' wird genau beschrieben in dem Ge έν οπώρα. dichte Moretum, s. Einl. p. 3. 23. vgl. Theokr. 11, 38 : συρί

12-13. Vgl. Theokr. 7, 138: τοί σδεν δ' ως ούτις επίσταμαι ωδε δε ποτί σκιαραϊς όροδαμνίσιν αι Κυκλώπων. θαλίωνες τέττιγες λαλαγεύντες έχουν 24. Der sangeskundige Gründer

ται.

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