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arbeitung der Georgica und die Beschaffenheit des uns überlieferten Textes zugestimmt hat, so habe ich keinen Grund gebabt, in der Interpretation der Eklogen und der Georgica von meiner Hypothese abzugehen. Diese Hypothese ist das Resultat einer Reihe von Schlüssen, welche in zahlreichen Observationen ihre Grundlage haben. Ohne Zweifel wird es möglich sein, in diesen Observationen und in jenen Schlüssen Irrthümer nachzuweisen. Dass aber dadurch das Resultat der Untersuchung in Frage gestellt werden sollte, wage ich nach der Natur der bis jetzt geltend gemachten Gegengründe zu bezweifeln. Der Commentar wird, wie ich hoffe, zeigen, dass sich mit Hülfe dieser Hypothese die bisher ungelösten Schwierigkeiten einfach und ungezwungen lösen lassen. Auch babe ich nicht gefunden, dass in einem einzelnen Punkte eine wesentliche Aenderung meiner früheren Behauptungen nöthig wäre. Nur eine Schranke, welche bei der ersten Untersuchung, ich möchte sagen ihrer Gleichgültigkeit wegen, stehen geblieben war, hat noch weggeräumt werden müssen. In den Jahrbüchern f. kl. Phil. 1864 p. 794 und in den beiden Programmen Posen 1872 p. 43 und Berlin 1873 p. 72 habe ich noch daran festgehalten, dass die sieben älteren Eklogen in der Zeit von 42 bis etwa 38 gedichtet seien. Bei der Revision meiner Untersuchung, welche ich zum Behuf der Interpretation der Eklogen vornahm, habe ich ersehen, dass kein Grund vorhanden ist, die Vorbereitungszeit, wenn ich so sagen darf, unseres Dichters mit dem Jabre 38 zu schliessen. Diese Schranke ist von den Erklärern gezogen, welche das für die Eklogen bestimmte Triennium 42 oder 41 beginnen wollten. Steht es nun fest, dass die Eklogen in diesem Triennium nicht gedichtet sind, so muss auch jene Schranke fallen; und stehl es ferner fest, dass Vergil die Georgica von 31-29 geschrieben hat, so ergiebt sich als Endpunkt der ersten Periode seiner dichterischen Thätigkeit das Jahr 32.

Zum Schlusse bemerke ich, dass ich die Conjecturen von Madvig (Adv. crit. Vol. II, p. 47–50) und einige Vorschläge von Meiser (Jabrh. f. kl. Phil. 1872 p. 119) in den kritischen Anhang aufgenommen und in dem Commentar einige der Bemerkungen von E. v. Leutsch (Phil. 1874 p. 12) benutzt hab :

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Berlin im Februar 1876.

C. Schaper.

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EINLEITUNG

Bei der Geringschätzung, mit welcher die Römer der älteren republikanischen Zeit Künste und Wissenschaften, in deren Betreibung sie eine Beeinträchtigung ihrer staatsbürgerlichen Pflichten erblickten, ansaben, musste ihnen der Enthusiasmus unbegreiflich erscheinen, mit welchem die Griechen den Gesängen ihrer Dichter lauschten. Als daher freigelassene Sklaven und Nichtrömer zuerst versuchten, die Römer für die freien Schöpfungen des Geistes empfänglich zu machen, so übersetzten sie zunächst griechische Musterwerke, um die Römer einen Blick in den unerschöpflichen Mythenkreis der Griechen thun zu lassen und mit der Wissbegierde zugleich die Liebe zu wissenschaftlicher Beschäftigung zu wecken. So übersetzte Livius Andronicus, der erste römische Schriftsteller, die Odyssee des Homer und Dramen des Euripides und anderer Tragiker. Der Erfolg entsprach seinen kühnsten Erwartungen. Seine Uebersetzung der Odyssee wurde Schulbuch, und seine Bearbeitungen griechischer Dramen wurden mit solchem Beifall aufgenommen, dass sie andere Dichter reizten, den von ihm eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Nachdem die Römer aber für das Streben nach höherer Ausbildung gewonnen waren, entstand ein reger Wetteifer unter den römischen Schriftstellern, ihren Landsleuten die Schätze der griechischen Literatur mitzutheilen. Natürlich war es ihnen anfangs dabei vorzugsweise um den Stoff zu thun, die Form wurde weniger berücksichtigt; man war zufrieden, wenn man der rauhen, ungelenken Kriegersprache die Worte und Wendungen abzwang, welche zum Ausdruck des Gedankens nothwendig waren, und bewahrheitete praktisch den Spruch des alten Cato: rem tene, verba sequentur. Es kam nunmehr darauf an, die schlummernden Kri je der Sprache für Rhythmus und Composition zu wecken. Der ersten Schritt dazu that Ennius (aus Rudiae in Calabrien, der Zeitgenosse und Freund des älteren Cato und der Scipionen), incem er durch Einführung des Hexameters das accentuirende Latein in ein quantitirendes verwandelte. ,,Der Wechsel mochte zuerst", wie Bernhardy bemerkt, ,, unbedeutend scheinen; allmählich aber lehrte die Wägung der Silben und Wortfüsse auch Vergil I. 6, AuO.

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auf Stellung und Auswahl der Worte achten, der Werth der Endungen führte zur berechneten Wortbildnerei, das Gefühl des Stiles und der Redegattungen konnte nicht ohne das Rüstzeug einer fein und mannichfaltig geprägten Phraseologie bleiben.“ Was diese Bereicherung des Sprachschatzes bedeute, erkannten die Römer zuerst durch die Entwicklung der Beredsamkeit; denn durch das eifrigste Studium griechischer Muster gelang es dem Cicero, die prosaische Darstellung zur höchsten formalen Tüchtigkeit zu bringen und oratorische Fülle mit periodischer Abrundung zu verbinden. Hinter dieser Ausbildung der Prosa blieb die poetische Darstellung noch weit zurück; Lucretius, der Zeitgenosse des Cicero, verräth sowohl durch die Wahl seines Stoffes (Entwicklung der epikureischen Lehre), als auch durch dessen Bearbeitung, wie viel die römischen Dichter in Betreff der Anlage ihrer Werke, der sprachlichen Darstellung und des Baues ihrer Verse noch von den Griechen zu lernen hatten. Im Gegensatz gegen diese Richtung, welche den neuen Gedanken in das Gewand der alten Sprache kleidete, unternahmen es die Dichter des augusteischen Zeitalters, im engen Anschluss an die Griechen, die Vermittlung zwischen Inhalt und Form zu bewerkstelligen und den Römern eine poetische Sprache zu schaffen, die nach Ablegung der früheren Härten und Archaismen geeignet war, die feinsten Nüancirungen des Gedankens darzustellen und griechischen Wohllaut mit römischer Kraft zu verbinden. Hauptrepräsentanten dieser neuen Richtung sind

Vergil und Foraz. Publius Vergilius (so ist die ältere Schreibung der Handschriften und Inschriften statt Virgilius) Maro wurde zu Andes, einem Dorfe bei Mantua, am 15. October 70 v. Chr. 684 u. geboren. Sein Vater, ein wohlhabender Landmann, der von dem Ertrage eines Landgutes, das er zu Andes besass, lebte, verwandte alle Sorgfalt auf die Erziehung seines Sohnes, liess ihn zu Cremona unterrichten und schickte ihn, als er die männliche Toga angelegt hatte, zu weiterer Ausbildung nach Mailand und dann nach Neapel, wo er den Unterricht des Dichters und Grammatikers Parthenius genoss. Nach mehrjährigem Aufenthalte in Neapel wandte sich Verg. 47 v. Chr. nach Rom, um sich durch den Epikureer Syron, den Freund Cicero's, in die Philosophie und die damit verwandte Mathematik und Physik einweihen zu lassen. Liebe zu den Wissenschaften und zum Landleben so wie eine schwächliche Körperconstitution, die weder den Anstrengungen des Forums noch den Strapazen des Kriegsdienstes gewachsen war, veranlasste ihn auf eine Staatscarriere zu ver

zichten und sich auf sein Gut zu Andes zurückzuziehen, wo er nun (von 45 v. Chr. an) die Freuden des Landlebens mit empfänglichem Sinne genoss und seine Zeit zwischen der Bewirthschaftung seines Gutes und dem Studium griechischer Dichter, besonders des Theokrit, theilte. In diese Zeit fallen wahrscheinlich die dichterischen Jugendversuche Vergil's, die von den Alten erwähnt werden; doch sind die meisten der kleinen Gedichte, die sich unter seinem Namen erhalten haben (Culex, Ciris, Copa, Moretum, Dirae, Catalecta, Priapea, Epigrammata), wohl nicht von Vergit. Von 42 an aber dichtete Vergil nach dem Vorbilde des Theokrit bukolische Lieder, die dem C. Asinius Pollio, der als des Antonius Legat das transpadanische Gallien, zu dem Mantua gehörte, verwaltete und nicht nur mit der griechischen und römischen Literatur innigst vertraut war, sondern auch selbst als Redner, Geschichtschreiber und Dichter sich einen Namen in der römischen Literatur erworben hat (vgl. E.3, 86. Hor. c. II, 1), so gefielen, dass er dem jungen Dichter seine volle Gunst schenkte. Aus der behaglichen Ruhe, in welcher Vergil bis dahin gelebt hatte, wurde er im folgenden Jahre durch die Aeckervertheilung gerissen, welche Octavian schon 2 Jahre früher den Veteranen versprochen hatte, jetzt aber erst zur Ausführung brachte. 18 Städte Italiens mit allen ihren Ländereien waren zur Strafe für ihr Festhalten an der Sache des Brutus und Cassius zu diesem Schicksale verdammt, unter ihnen Cremona, die Nachbarstadt Mantua's. Aber die ungestümen Veteranen, welche von der Freigebigkeit der Sieger noch grössere Belohnungen erwartet hatten, griffen nun, da sie sich in ihren Erwartungen getäuscht sahen, eigenmächtig zu und eigneten sich auch die Gebiete benachbarter Städte an. So wurden die Besitzer der Aecker um Mantua von den Veteranen vertrieben (vgl. E. 9, 28), und auch Vergil sah sich in dem Besitze seines Gutes gefährdet. Freilich schützte ihn noch sein Freund und Gönner Asinius Pollio; doch gerieth er in neue Gefahr, als dieser im Herbste des Jahres 41 nach dem Ausbruche des perusinischen Krieges mit seinen Legionen dem L. Antonius zu Hülfe eilte. Erst nach der Zusammenkunft des Antonius und Octavianus zu Brundisium klärten sich wieder die Verhältnisse. Alfenus Varus erhielt die Leitung der Aeckervertheilung im transpadanischen Gallien, und die Gunst des Octavianus, der Vergil's Talent bewunderte, sicherte dem Dichter den Besitz seines Erbgutes.

In der Ruhe, deren er sich jetzt erfreute, bildete sich Vergil durch das Studium der Griechen zu dem von den Kennern seiner

Zeit hochgeschätzten, von der Nachwelt bewunderten Meister der Dichtkunst. Die Technik des Theokrit, welche er auf das genaueste studirte, lehrte ihn die rhythmische Kraft und Schönheit des Hexameters kennen; methodisch fortgesetzte Uebungen im Uebersetzen einzelner Stellen und mannichfaltige Versuche, in eigenen Gesängen mit dem Griechen zu wetteifern, gaben ihm die grosse Herrschaft über die Sprache, die er in seinem Lehrgedicht über den Landbau und in seinem Epos von der Gründung des julischen Geschlechtes glänzend bewährt hat. Diejenigen Beispiele dieser Uebungen, welche er selbst eines längeren Andenkens werth gehalten hat, sind uns in der Sammlung seiner Eklogen erhalten: denn alle rein bukolischen Gedichte (2. 3. 5. 7. 8. 9.) stammen eben so wie die erste Ekloge, in der er dem Kaiser seinen Dank für die Rettung aus dringender Noth ausspricht, aus dieser Zeit der Vorbereitung (42 — 32...Chr.).

Durch diese bukolischen Gedichte begründete Vergil seinen Dichterruhm und erwarb sich treue Freunde und mächtige Gönner. Zu letzteren gehören Pollio, Maecenas und Octavianus; zu ersteren Cornelius Gallus, hochgeschätzt als Verfasser von vier Büchern Elegien, der didaktische Dichter Aemilius Macer und L. Varius, bekannt als tragischer Dichter, bald auch Plotius Tucca, Propertius und Horatius, welcher letztere sich Sat. 1, 5, 40—42 über dieses Freundschaftsverhältniss so äussert :

Plotius et Varius Sinuessae Vergiliusque
Occurrunt, animae, quales neque candidiores

Terra tulit neque quis me sit devinctior alter. Spricht diese Stelle deutlich für den edlen und reinen Sinn Vergil's, so geht auch aus anderen Zeugnissen, sowie aus seinen Gedichten hervor, dass Bescheidenheit, Herzensgüte und grosse Geneigtheit, die Verdienste Anderer anzuerkennen, Hauptcharakterzüge Vergil's waren. Dennoch fehlte es ihm nicht an Feinden, welche ihn um die Gunst, in der er bei Octavian stand, beneideten, oder als Anhänger der alten Dichterschule der neuen Richtung, welcher Vergil Bahn brach, überall entgegentraten. Bekannt sind von diesen Gegnern die von Vergil verspotteten Dichterlinge Bavius und Maevius, vgl. E. 3, 90. Dass Vergil sich aber so eng an“ Octavian anschloss, kann nicht Wunder nehmen, da er theils durch die Bande der Dankbarkeit an ihn geknüpft war, theils in ihm den Beschützer und Pfleger der Wissenschaften verehrte, theils endlich die Republik nur in einer Zeit kennen gelernt hatte, wo der Staat ein Spielball in den Händen einiger Ehrgeizigen

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