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47 8.

mala ferant quercus, narcisso floreat alnus, pinguia corticibus sudent electra myricae,

h. certent et cycnis ululae, sit Tityrus Orpheus,

55 Orpheus in silvis, inter delphinas Arion. incipe Maenalios mecum, mea tibia, versus.

57 saevus Amor docuit natorum sanguine matrem commaculare manus. crudelis tu quoque, mater! crudelis mater magis an puer inprobus ille ?

49 incipe Maenalios mecum, mea tibia , versus.

51 inprobus ille puer; crudelis tu quoque, mater

50 omnia vel medium fiant mare. vivite, silvae:

58 i. praeceps aërii specula de montis in undas deferar; extremum hoc munus morientis habeto.

60 desine Maenalios, iam desine, tibia, versus.'

Haec Damon; vos, quae responderit Alphesiboeus, dicite, Pierides; non omnia possumus omnes.

'Effer aquam et molli cinge haec altaria vitta Antistr. a. verbenasque adole pinguis et mascula tura,

65

A.

... esse

53. Den Bernstein schwitzten Meer alles bedecken. Lebet wohl, nach der Fabel (vgl. Ovid. Met. II, ihr Wälder. Mit diesen Worten 364 f.) die Erlen oder Pappeln des entsagt der Verzweifelnde dem VerEridanus aus, nicht aber niedrige langen nach Rache und beschliesst Gesträuche, wie die Tamarisken seinem Leben gewaltsam ein Ende (myricae).

zu machen. 54. Ueber den Schwanengesang 60. habeto. Anrede der treulosen Cic. Tusc. 1, 30, 73: itaque com Geliebten, der er sein Leben als memorat, ut cygni, qui non sine letztes Geschenk darbringt. Vgl. causa Apollini dicati sint, sed Theokr. 23, 20: dūpá couñagov quod ab eo divinationem habere λοίσθια ταύτα φέρων, τον εμόν videantur, qua providentes, quid Bpóxov. in morte boni sit, cum cantu et 61. desine, transitiv, wie E. 5, voluptate moriantur : sic

19. - Vgl. Theokr. 1, 131: anyete faciendum. Ueber die Construc βουκολικάς Μοϊσαι, ίτε, λήγει tion von certare s. zu E. 5, 8. αοιδας. . Der schlichte Hirtensänger Tityrus 62–63. Den höheren Gesang des könnte ein Orpheus (s. zu E. 3, Alphes. sollen die Musen selbst (s. 46) und ein Arion (s. Ovid. Fast. zu E. 3, 85) vortragen, weil er, der II, 79_118) sein.

Dichter, dazu nicht im Stande sei. 47-49. Amor trieb Medea dazu So erkennt Vergil dem folgenden ihre beiden Kinder zu ermorden, als Gesange den Preis zu. Iason sich mit Glauce, der Tochter 64-67. Die Zauberin steht bei des korinthischen Fürsten Creon, ver einem auf dem Hofe aufgerichteten mählte, vgl. Ovid. Met. VII, 350-97. Altare und fordert ihre Gehilfin

50. 58. 'Ruchlos war der An Amaryllis auf, die Vorbereitungen trieb des Gottes, grausam die That zur magischen Feier zu treffen: der Mutter; (frevelhaft wäre es nämlich Weihwasser (aus dem ihnen zu folgen) eher möge das Hause) zu bringen, den Altar mit

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b. 70

coniugis ut magicis sanos avertere sacris experiar sensus; nihil hic nisi carmina desunt.

ducite ab urbe domum, mea carmina, ducite Daphnim. carmina vel caelo possunt deducere lunam, carminibus Circe socios mutavit Ulixi, frigidus in pratis cantando rumpitur anguis.

ducite ab urbe domum, mea carmina, ducite Daphnim. terna tibi haec primum triplici diversa colore licia circumdo, terque haec altaria circum effigiem duco; numero deus impare gaudet. necte tribus nodis ternos, Amarylli, colores: necte, Amarylli, modo et "Veneris' dic 'vincula necto.'

ducite ab urbe domum, mea carmina, ducite Daphnim. limus ut hic durescit, et haec ut cera liquescit

c.

75

d.

einer wollenen Binde zu umwin Zauberer durch Bannsprüche (caden und von Gift strotzende Zauber nendo) so ängstigen können, dass kräuter und männlichen (der für ihnen der Leib oder Hals platzte; den vorzüglichsten galt) Weihrauch so sagt Medea, indem sie ihre Zauzu verbrennen. Vgl. mit diesem und bermacht beschreibt, Ovid. Met. VII, den folgenden Versen A. IV, 504 199. 200 auch: vipereas rumpo bis 514.

verbis et carmine fauces. 66. coniugis, s. zu v. 18.

73–77. Während die Zauberin avertere, vom rechten Wege ab selbst ein Bildnis des Daphnis mit wenden, also verwirren (Hom. Od. drei dreifarbigen Fäden umwickelt XIV, 178: βλάπτειν φρένας είσας), und um den Altar trägt, muss Amaum ihn in Liebesraserei zu ver ryllis ebenfalls drei dreifarbige Fäsetzen.

den unter einer Zauberformel in 67. carm., Zauberformeln, vgl. Liebesknoten schlingen, um das A. IV, 487.

Herz des Geliebten zu fesseln. 68. Vgl. Theokr. 2, 17: Ivy, 73. terna, drei auf Ein Mal, vgl. έλκε τυ τηνον εμόν ποτί δώμα E. 3, 30. G. I, 232. A. V, 85. 560. τον άνδρα.

tripl, col. Die Fäden des Bandes 69-71. Die Zauberinnen, beson waren dreifarbig: weiss, roth und ders die thessalischen, rühmten sich schwarz. Vgl. Theokr. 2, 43: der Kunst, den Mond durch ihre ες τρις αποσπένδω και τρις τάδε Zaubereien vom Himmel herunter

πότνια φωνώ. ziehen zu können, vgl. Hor. ep. 5, 74. Das Bild wird um den Altar 45: quae sidera excantata voce getragen um die Einwirkung der Thessala lunamque coelo deripit. Gottheit auf das Herz der LiebenOvid. Met. XII, 263: quam de den zu erflehen, duxisse canendo saepe reluctanti 77. necte modo, „Knüpfe nur“, constabat cornua Lunae.

d. h. thue vor der Hand nur dies 70. Veber die von der Circe ver Eine, aber dieses rasch, vgl. A. I, wandelten Gefährten des Ulysses S. 389 und Theokr. 2, 21: Trágo', Hom. Od. X, 203-43.

αμα και λέγε ταύτα: τα Δελφιδος 71. Schlangen (die hier wie E. 3, οστια πάσσω.' 93 wegen ihrer natürlichen Kälté 79-82. Die Zauberin hat zwei frigidi genannt werden) wollten die Bildnisse des Daphnis gefertigt, das

e.

uno eodemque igni: sic nostro Daphnis amore.

80 sparge molam et fragilis incende bitumine laurus. Daphnis me malus urit, ego hanc in Daphnide laurum.

ducite ab urbe domum, mea carmina, ducite Daphnim. talis amor Daphnim, qualis cum fessa iuvencum per nemora atque altos quaerendo bucula lucos

85 propter aquae rivum viridi procumbit in ulva, perdita, nec serae meminit decedere nocti, talis amor teneat , nec sit mihi cura mederi.

ducite ab urbe domum, mea carmina , ducite Daphnim. has olinr exuvias mihi perfidus ille reliquit,

90 f. pignora cara sui, quae nunc ego limine in ipso, terra tibi mando; debent haec pignora Daphnim.

ducite ab urbe domum, mea carmina , ducite Daphnim. has herbas atque haec Ponto mihi lecta venena

g. ipse dedit Moeris nascuntur plurima Ponto

95 his ego saepe lupum fieri et se condere silvis Moerim, saepe animas imis excire sepulchris

eine aus Thon (limus), das andere 83. Vgl. Theokr. 2, 23: Léges aus Wachs; beide legt sie jetzt in έμανίασεν· εγώ δ' επί Δελφιδι das Feuer auf dem Altare, um sym- dágvav ai9o. bolisch den Wunsch auszudrücken, 84. talis amor - qualis cum fessa das Herz des Daphnis möge sich für talis amor". Daphnimo teneat, gegen andere Mädchen ebenso ver qualis amor est, cum bucula cet. härten, wie es gegen sie in Zärt 87. perdita, s. zu E. 2, 59. lichkeit zerfliessen soll. Dann muss serae decedere nocti, der nächtAmaryllis Schrot mit untermischtem lichen Kälte ausweichen; vgl. G. Salz (mola, womit man beim Opfer III, 467. IV, 23. die Stirne des Thieres und die Al 88. mederi, von seiner Liebe, sei täre bestreute) und dünne, mit Erd es durch lösenden Zauber, oder pech bestrichene Lorbeerreiser (deren durch Gegenliebe. Knistern bei Opfern uud Beschwö 90 - 92. Die Zauberin vergräbt rungen guten Erfolg andeuten sollte) einige von Daphnis bei ihr zurückauf die Bildnisse werfen, damit auch gelassene Sachen (exuviae, s. zu A. des Daphnis Herz von der Liebes IV, 496) an der von ihm so oft übergluth der Zauberin angesteckt werde. tretenen Schwelle in der sichern Er

durescit - liquescit. In Bann wartung, dass die excuviae ihr nun sprüchen werden die Reime geliebt. mit Hülfe der Erde, als Mitwalterin des

- Vgl. Theokr. 2, 28. 29: OS TOŪTOV Zaubers, den Daphnis zurückführen τον κηρόν εγώ συν δαίμονι τάκω, werden. debent, nämlich mihi. ως τάκοιθ' υπ' έρωτος ο Μύνδιος 94-98. Da die bisher angewandαυτίκα Δελφις.

ten Mittel ohne Erfolg geblieben 80. Ueber die Vereinigung der sind, so greift die Zauberin jetzt Elision mit der Synizesis s. 2. A. zu Zauberkräutern (herbas atqueX, 487.

venena), die Moeris, ein mächtiger 82. in Daphnide, ganz eigent Zauberer, sich aus Pontus, dem lich auf den Bildnissen des Daphnis. Lande der Medea, verschafft und

atque satas alio vidi traducere messis.

ducite ab urbe domum, mea carmina, ducite Daphnim. fer cineres, Amarylli, foras rivoque fluenti

100 b. transque caput iace, nec respexeris. his ego Daphnim aggrediar; nihil ille deos, nil carmina curat.

ducite ab urbe domum, mea carmina, ducite Daphnim. aspice, corripuit tremulis altaria flammis

i. sponte sua, dum ferre moror, cinis ipse. bonum sit! 105 nescio quid certe est, et Hylax in limine latrat. credimus? an, qui amant, ipsi sibi somnia fingunt? parcite, ab urbe venit, jam parcite, carmina, Daphnis.'

ECLOGA IX.

LYCIDAS. MOERIS.

L.

Quo te, Moeri , pedes? an, quo via ducit, in urbem ?

von deren Zauberkraft sie Proben gesehen hat.

98. Das fruges excantare, d. h. die Saaten auf anderen Boden zu hexen, war in den 12-Tafelgesetzen förmlich verboten. 100— 102. Amaryllis soll,

als letztes Mittel, die Asche vom Altar wegnehmen und rückwärts und ohne sich umzusehen (damit nicht die wunderwirkende Macht durch menschliche Augen entweiht und gestört werde) in den fliessenden Bach werfen, um auch die letzte Spur des von Daphnis Zurückgelassenen zu vernichten. Mit der Asche seines Bildnisses will aber die Zauberin ihn selbst von der Erde tilgen, will also als letztes Mittel Furcht anwenden; daher zögert sie mit der Ausführung des Angedrohten, s. v. 105, und unterlässt es auch, da es bereits anfängt zu wirken. vgl. mit diesen Versen Theokr. 24, 91 bis 94.

101. transque, que deutet an, dass eine nachträgliche Bestimmung noch hinzugefügt wird.

104-108. Während die Asche

weggenommen werden soll, schlägt plötzlich eine Flamme von selbst aus der reinen Asche hervor, was die Zauberin als günstiges Zeichen dem allgemeinen Glauben gemäss (vgl. G. IV, 385) aufnimmt.

106. nescio quid c. est, es ist etwas, ich weiss aber noch nicht, was?

Ecl. 9. Wechselgesang der Hirten Lycidas und Moeris. Das Gedicht ist der 7. Idylle des Theokrit nachgebildet. In dieser singen Lycidas

und Simichidas Lieder, welche sie selbst erfunden (v. 51) oder von den Musen gelernt haben (v. 92– 94). Hier recitiren Lycidas und Moeris Verse des Menalcas, welchem Moeris früher gedient hat. Die Scene ist in der Gegend von Mantua, die Zeit kurz nach der Aeckervertheilung in Norditalien, bei welcher Vergil sich durch die Gunst des Augustus in dem Besitze seines Landgutes erhalten hatte, ohne dadurch den Gefahren zu entgehen, welche die Unsicherheit des Eigenthums und die Rohheit der neuen Nachbarn mit sich brachte.

Dass der Dichter sich selbst un

M.

5

L.

0 Lycida, vivi pervenimus, advena nostri, quod nunquam veriti sumus, ut possessor agelli diceret 'haec mea sunt: veteres migrate coloni.? nunc victi, tristes, quoniam Fors omnia versat, hos illi quod nec vertat bene mittimus haedos.

Certe equidem audieram, qua se subducere colles incipiunt mollique iugum demittere clivo, usque ad aquam et veteres, iam fracta cacumina, fagos omnia carminibus vestrum servasse Menalcan.

Audieras, et fama fuit; sed carmina tantum nostra valent, Lycida, tela inter Martia, quantum Chaonias dicunt aquila veniente columbas.

10

M.

ter dem Namen Menalcas als den Verfasser der einzelnen Theile des Wettgesanges bezeichnet, ist die einstimmige Meinung des Alterthums. Selbst Quintilian, der eine zu weite Ausdehnung der allegorischen Erklärung wohl nicht gebilligt hat (vgl. 1. O. VIII, 6, 46: sine translatione vero in Bucolicis), sagt doch über v. , 7–10: hoc loco praeter nomen cetera propriis decisa sunt verbis, verum non pastor Menalcas, sed Vergilius est intelligendus. Das lebensvolle Bild, der Unruhe und Besorgnis, welches die Einleitung v. 1-16 entwirft, ist auch jedenfalls nach der Natur gezeichnet; doch verbietet die Lobpreisung des Menalcas v. 17-20 und die Natur der vorgetragenen Gesänge selbst an weitere Beziehungen auf das Leben des Dichters zu denken,

Diese Gesänge bilden nämlich zwei Strophenpaare, in denen Uebertragungen aus Theokrit (v. 23-25 und v. 39-43) mit Lobgesängen auf Varus (v. 27-29) und Caesar (v. 4660) zusammengestellt werden. Die Disposition der 7. Idylle, aus welcher der Uebergang (v. 34-36) und der Schluss (v. 59 - 66). entlehnt sind, gewährte dem Dichter die Möglichkeit, so heterogene Stoffe zu einem Ganzen zu vereinigen. Das Gedicht ist also, wie E. 2. 3. 5. 7. 8, eine von den Studien, durch

welche sich Vergil žum Meister in der Dichtkunst bildete.

2. vivi perv., wir haben es erleben müssen, dass. Ungewöhnlich ist die Auslassung von eo, doch gerechtfertigt durch Urgirung des Begriffes der Präp. per, wonach in pervenire schon der Begriff des erreichten Zieles liegt, weshalb es Lukrez und Liv. auch öfter in der Bedeutung anlang en ohne Angabe des erreichten Zieles gebrauchen, Vivus, und stärker noch vivus vidensque öfter hinzugefügt, um auf selbsterlebte schreckliche Ereignisse hinzudeuten. Cic. pro Quint. 15, 50: huic acerbissimum vivo videntique funus ducitur.

6. In nec vertat bene steht nec alterthümlich als verstärktes non.

7.-10. qua se subd. , fagos ist Bezeichnung der Felder Vergil's ; bei aqua ist also an den Mincius zu denken. se subd., sich in die Ebene verlieren.

9. iam fracta cac., S. z. E. 2, 3.

11. Audieras, et f. f.; freilich hattest du es wohl gehört, denn es ging die Sage. So verbindet et öfter, besonders bei Dichtern, zwei grammatisch coordinirte Sätze, von denen der zweite dem ersten logisch subordinirt ist, vgl. A. III, 365.

13. Chaoniae. Bei Dodona in Epirus, dem Sitze der alten Chaonier, galten die Tauben als prophe

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