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quod nisi me quacumque novas incidere lites ante sinistra cava monuisset ab ilice cornix,

15 nec tuus hic Moeris nec viveret ipse Menalcas. L. Heu, cadit in quemquam tantum scelus? heu , tua nobis paene simul tecum solacia rapta, Menalca? quis caneret Nymphas? quis humum florentibus herbis spargeret aut viridi fontes induceret umbra ?

20 vel quae sublegi tacitus tibi carmina nuper, cum te ad delicias ferres, Amaryllida , nostras ? *Tityre, dum redeo brevis est via

pasce capellas, et potum pastas age, Tityre, et inter agendum occursare capro cornu ferit ille caveto.'

25 Immo haec, quae Varo, necdum perfecta, canebat: “Vare, tuum nomen, superet modo Mantua nobis, Mantua vae miserae nimium vicina Cremonae, Cantantes sublime ferent ad sidera cycni.' Sic tua Cyrneas fugiant examina taxos,

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M.

L.

tische Vögel. Darum werden diese benswürdigen Hirtinnen deliciae hier als die berühmtesten Tauben nostrae heisst. genannt, ebenso wie E. 1, 55 hy 23–25. Vgl, Theokr. 3, 3-5: TLbläische Bienen erwähnt wurden. τυρο, εμίν το καλόν πεφιλαμένε,

15. sinistra cornix. Krähenge- Bóoxe ràs alyas, xai zoti táv xpávav schrei von links kommend bedeutete

άγε, Τίτυρε και τον ενόρχαν τον Glück oder Unglück, hier Unglück, Λιβυκόν κνάκωνα φυλάσσεο, μη weil die Krähe auf einem hohlen τι κορύψη. . Baume sass. Durch dies augurium 26-29. Nach der dichterischen also gewarnt, vermied er auf alle Anschauungsweise, welche die beWeise, sich in einen neuen Streit lebte und die unbelebte Natur an mit den Veteranen einzulassen. Allem, was das menschliche Herz

18. solacia nennt Lyc. die Ge in Bewegung setzt, regen Antheil dichte des Verg., weil ihre Lectüre rehmen lässt, sollen hier die geallein Trost in dem damaligen Elend sangliebenden (s. zu E. 8, 54) der Zeit zu bieten schien.

Schwäne, deren es in der Gegend 19. quis caneret, nämlich wenn um Mantua viele gab (s. G. II, Menalcas getödtet wäre,

198 f.), das Lob des Varus verkün20. umbra steht metonymisch für den, wenn er das mantuanische Gedas (Schatten bietende) Laub, vgl. biet frei hält von den gewaltsamen G. I, 157. inducere hat V, nur Eingriffen der Veteranen. hier construirt: aliquid aliqua re, 30–36. So wahr ich wünschte, sonst immer : alicui aliquid, s. E. dass deines Herrn Wirthschaft, de5, 40. G. I, 106. 316. A. V, 379. ren Aufseher du bist, mit Bösem

21-25. Oder wer sänge uns so verschont, mit Gutem gesegnet sein artige Hirtenlieder, wie jenes, das soll: so sehr wünsche ich auch, ich neulich dir abhorchte? - Ama noch mehr von den Liedern des ryllis , ein im Theokr. häufig vor Men. zu hören. kommender Name einer Hirtin, die 30. Die den Bienen nachtheiligen hier als Repräsentantin allerlie Taxusbäume (s. G. II, 257. IV, 47) Vergil 1. 6. Aufl.

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M.

sic cytiso pastae distendant ubera vaccae:
incipe, si quid habes.. et me fecere poetam
Pierides, sunt et mihi carmina, me quoque dicunt
vatém pastores; sed non ego credulus illis.
nam neque adhuc Vario videor nec dicere Cinna
digna, sed argutos inter strepere anser olores.

id quidem ago et tacitus, Lycida, mecum ipse voluto,
si valeam meminisse; neque est ignobile carmen.
'Huc ades, o Galatea ; quis est nam ludus in undis ?
hic ver purpureum , varios hic flumina circum
fundit humus flores, hic candida populus antro
imminet et lentae texunt umbracula vites;
huc ades; insani feriant sine litora fluctus.'

Quid , quae te pura solum sub nocte canentem audieram ? numeros memini, si verba tenerem.

'Daphni, quid antiquos signorum suspicis ortus?

L.

M.

heissen cyrneische oder 'corsische nennt Hor. Od. IV, 1, 10 die (von Kúovos, dem griech. Namen Schwäne purpurei, so spricht Valer. Corsika's), weil sie den Honig dem Fl. III, 178 von oculis purpureis ; corsischen an Bitterkeit gleich ma vgl. auch A, I, 591. VI, 641. chen würden.

cand. pop., die Silberpappel. 31. cy tiso, s. E. 1, 78.

44-45. numeros mem. Der Me34-36. Vgl. Theokr. 7,37-41: sai lodie erinnere ich mich; wenn ich γαρ έγα Μουσάν καπυρόν στόμα, , nur auch den Text noch wüsste ! κημέ λέγοντι πάντες αοιδον άρι 46. antiquos signorum ortus στον εγώ δε τις ου ταχυπειθής, antiquorum signorum ortus. Werου Δαν ου γάρ πω, κατ' εμόν den im Lat. 2 Substantiva, von νόον, ούτε τον εσθλόν Σικελίδας denen das eine von dem andern νίκη με τον έκ Σάμω ούτε Φιλητάν abhangig im genet. steht, zu einem αείδων, βάτραχος δέ ποτ' ακρίδας Begriffe verbunden, wie hier siως τις ερίσδω.

gnorum ortus, so gilt es dem La35. Der bescheidene Dichter wagt teiner gleich, zu welchem der beies noch nicht, sich schon jetzt den den Substantiva ein Adject., das gepriesensten Meistern seiner Zeit, einem derselben angehört, hinzugeeinem Varius und Cinna an die Seite

fügt wird.

Die alten Gestirne zu stellen, doch zeigt das adhuc, sind die Gestirne, welche seit der dass Verg. die Hoffnung hegt, dies Bildung der Welt leuchten, später wagen zu dürfen.

Gegensatz zu dem neu entstandenen 36. anser ol., vgl. Lucret. III, 6-7: Cometen, der bald nach Caesars quid enim contendat hirundo cy Ermordung erschien und vom Volke cnis ? Wenn Verg. statt der Schwalbe für dessen vergötterte Seele gehaldie Gans nennt, so geschieht das ten wurde, s. Sueton Caesar 88. wohl nur, um 2 Vögel zu nennen, Nach diesem Cometen sollen die die derselben Gattung angehören. Landleute sich jetzt richten; denn

39-43. Eine Stelle aus den Lie er ist erschienen, um ihren Werken besklagen des Polyphem an die Ne Gedeihen zu bringen; darum sollen reide Galatea bei Theokr. 11, 42 sie unter dem Einflusse eines SO 49. purpureum, glänzend; so gütigen Gestirnes die Obstbäume

im

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L.

ecce Dionaei processit Caesaris astrum,
astrum, quo segetes gauderent frugibus et quo
duceret apricis in collibus uva colorem.
insere, Daphni, piros; carpent tua poma nepotes.'
omnia fert aetas, animum quoque; saepe ego longos
cantando puerum memini me condere soles:
nunc oblita mihi tot carmina; vox quoque Moerim
iam fugit ipsa; lupi Moerim videre priores.
sed tamen ista satis referet tibi

saepe Menalcas.
Causando nostros in longum ducis amores.
et nunc omne tibi stratum silet aequor et omnes,
aspice, ventosi ceciderunt murmuris aurae.
hinc adeo media est nobis via; namque sepulchrum
incipit apparere Bianoris: hic, ubi densas
agricolae stringunt frondes, hic, Moeri, canamus;
hic haedos depone, tamen veniemus in urbem.
aut si, nox pluviam ne colligat ante, veremur,
cantantes licet usque minus via laedit eamus;
cantantes ut eamus, ego hoc te fasce levabo.
M, Desine plura, puer, et, quod nunc instat, agamus;
carmina tum melius, cum venerit ipse, canemus.

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pfropfen; dann werden noch ihre Enkel sich an den Früchten dieser Bäume laben können.

47. Dione war als Mutter der Venus die Ahnherrin des julischen Geschlechts, s. zu E. 5, 23. 51. fert

aufert, animus Gedächtnis.

52. condere, zu Ende, zu Grabe bringen, vgl. G. I, 458. Hor. od. IV, 5, 29: condit quisque diem collibus in suis; so noch nicht in der klassischen Prosa.

54. lupi. Plin. nat. hist. VIII, 34: in Italia quoque creditur luporum visus esse noxius : vocemque homini, quem priores contemplentur, adimere ad praesens.

Daher das Sprichwort: lupus in fabula, weil die plötzliche Ankunft dessen, von dem wir reden, uns verstummen macht.

56. nostros amores, mein Verlangen nach dem Gesange. in longum duc., eine Neuerung Verg.'s

für differre. Mit longus bildet V. noch den Präpositionalausdruck ex longo. A. IX, 64. Andere Präpositionalausdrücke stehen E. 4, 5. 7, 2. G. II, 134. 244. III, 348. 505. IV, 157 etc.

59. 60. Vgl. Theokr. 7, 10. 11: κούπω ταν μεσάταν οδον άνυμες, ουδε το σάμα αμϊν το Βρασίλα κατεφαίνετο. .

59. hinc adeo, von hier gerade.

60. Bianor, einer der Erbauer Mantua's.

64. 65. Vgl. Theokr. 7,35.36: all' αγε δή - ξυνα γαρ οδός, ξυνα δε xai, βουκολιασδώμεσθα: . τάχ' ώτερος άλλον όνασεί.

65. hoc fasce, die Böckchen, s. v. 62.

66. puër. Die Verlängerung der kurzen Endsilbe auf p findet sich in den Eklogen nur hier und 10,

beiden Stellen vor der Hauptcäsur des Verses.

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an

ECLOGA X. Extremum hunc, Arethusa , mihi concede laborem: pauca meo Gallo, sed quae legat ipsa Lycoris, carmina sunt dicenda ; neget quis carmina Gallo ? sic tibi, cum fluctus subterlabere Sicanos, Doris amara suam non intermisceat undam: incipe; sollicitos Galli dicamus amores, dum tenera attondent simae virgulta capellae. non canimus surdis, respondent omnia silvae.

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Ecl. 10. Klagelied auf den Tod des Elegikers Cornelius Gallus. Dieser mit Vergileng befreundete Dichter,

welcher von Augustus durch seine Ernennung zum Präfecten von Aegypten 30 v. Chr. einen Beweis des höchsten Vertrauens erhalten hatte, sah sich 26. v. Chr. durch Denunciationen, die selbst im Senat laut wurden, in seiner Stellung so gefährdet, dass er seinem Leben ein Ende machte. Der Zorn des Kaisers verfolgte ihn noch nach seinem Tode. Augustus verlangte, dass Vergil das Denkmal, welches er dem Freunde in dem 4. Buche der Georgica gesetzt hatte, zerstöre. Vergil gehorchte, widmete aber, da er das Andenken des Staatsmannes nicht retten konnte, dem Dichter diese Nänie.

Das Lied besteht aus der Einleitung, der Klage, der Erinnerung an die Gedichte des Gallus und dem Schluss. Die Einleitung v. 148 enthält die Versicherung, dass die Klage ohne jede Bitterkeit nur dem Dichter gelten solle. Die Klage v. 9-36 ist der schönen Nänie auf den Tod des Daphnis (Theokr. 1, 66 - 141) nachgedichtet. Die Erinnerung an die Gedichte des Gallus v. 37–69 gipfelt in dem Lob der Allmacht des Gottes, welcher den Mittelpunkt seiner Poesie gebildet hatte. In dem Schlusse v. 70–77 drückt Vergil die Ueber

zeugung aus, dass sein kleines Lied durch die Macht der Musen den Ruhm seines Freundes verewigen werde.

1–5. Arethusa, eine Quellnymphe, die vom elischen Flussgott Alpheus geliebt und verfolgt unter dem Meere (hier nach der Mutter der Nereiden Doris genannt, wie es E. 4, 32 Thetis heisst) nach Sicilien strömte (cf.; G. IV, 344. A. III, 694—96. Ovid. Met. V, 572641) und, wie viele Quellnymphen, den' Hirten für eine begeisterade Göttin galt, vgl. E. 7, 21. Sic., vgl. E. 9, 30.

1. extremum laborem: die Erfüllung der Pflicht gegen den Freund, mit welcher der Dichter von der, bukolischen Poesie Abschied nimmt.

2. Lycoris, die Geliebte des Gallus, die er unter diesem Namen in seinen Gedichten gefeiert hatte.

3. Diese Worte sind mit Beziehung auf Augustus geschrieben. 'Ein Lied gilt es: wer sollte ein Lied dem Dichter weigern.'

4. 5. So, wie mein Lied vor bitterer Empfindung, magst du vor der Berührung deines Verfolgers stets sicher bleiben.

6. sollic. am. die Liebesgedichte.

7. Dieser Vers enthält eine von den wenigen Wendungen, welche in dieser Ekloge an die Form der bukolischen Dichtung erinnern.

8. respondent omnia silvae, es wiederhallen Alles die Wälder, vgl.

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Quae nemora aut qui vos saltus habuere, puellae Naides, indigno cum Gallus amore peribat ? nam neque Parnasi vobis iuga , nam neque Pindi ulla moram fecere, neque Aonie Aganippe. illum etiam laurus, etiam flevere myricae, pinifer illum etiam sola sub

rupe

iacentem Maenalus et gelidi fleverunt saxa Lycaei. stant et oves circum; nostri nec poenitet illas, nec te poeniteat pecoris, divine poeta;. et formosus ovis ad flumina pavit Adonis venit et upilio, tardi venere bubulci, uvidus hiberna venit de glande Menalcas. omnes 'unde amor iste, rogant , tibi ?' venit Apollo. "Galle, quid insanis ?' inquit 'tua cura Lycoris perque nives alium perque horrida castra secuta est.?. venit et agresti capitis Silvanus honore florentis ferulas et grandia lilia quassans. Pan deus Arcadiae venit, quem vidimus ipsi sanguineis ebuli bacis minioqué rubentem. ecquis erit modus?' inquit 'Amor non talia curat; nec lacrimis crudelis Amor nec gramina rivis nec cytiso saturantur apes nec fronde capellae.'

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E. 1,5. respondere in der Bed. von X, 503—739 u. vgl. Theokr. 1, 109 : resonare ist eine Neuerung Verg.’s. ωραίος χώδωνις, έπει και μάλα

9–12. Vgl. Theokr. 1, 66-69: voueue. ποκ' άρ' ήσθ', όκα Δάφνις ετά 19-21. Vgl. Theokr. 1, 80. 81: κετο, πα πoκα Νύμφαι; ή κατά ήνθον τοί βούται, τοι ποιμένες, Πηνειώ καλά τέμπεα; ή κατά Πίν οπόλοι ήνθον πάντες ανηρώτευν δον; ου γαρ δη ποταμοΐο μέγαν

τι πάθοι κακόν. . ρόον είχετ' Ανάπω, ουδ' Αίτνας 19. upilio, ungewöhnliche Form σκοπιάν, ουδ' 'Ακιδος ιερόν ύδωρ. für opilio, die Verg. nach der Be

10. indigno am., s. E. 8, 18. merkung des Serv. propter metrum peribat. Andere Lesart periret. eingeführt hat.

13. Ueber die LA. der Hand 20. Der Sauhirt Menalcas kam schriften lauri s. d. Anh.

mit feuchtem Gewande von seiner 13 — 16. Vgl. Theokr. 1, 71 ff.: Herde aus dem Eichenwald (vgl. τηνον μαν θώες, τηνoν λύκοι ωρύ G. 11, 520), wo Frühlingsregen und σαντο, τηνoν χωκ δρυμοίο λέων Thau im dichten Schatten sich έκλαυσε θανόντα. πολλαι οι παρ linger hielt. hiberna, weil die ποσσι βόες, πολλοί δε τε ταυροι, Eicheln ungesammelt den Winter πολλαι δ' αυ δαμάλαι και πόρτιες hindurch gelegen hatten. údúpavto.

21–30. Wie bei Theokrit Hermes, 16. 17. Vgl. die Note zu E. 3, Priapus und Kypris, so treten bei 84-91.

Vergil Apollo, Silvanus und Pan 18. Ueber Adonis , den schönen auf. Apollo redet den Gallus mit Liebling der Venus, s. Ovid. Met. denselben Worten an, wie Priapus

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