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et segnem patiere situ durescere campum;
aut ibi flava seres mutato sidere farra,
unde prius laetum siliqua quassante legumen
aut tenuis fetus viciae tristisque lupini

75 sustuleris fragilis calamos silvamque sonantem. urit enim lini campum seges,

urit avenae, urunt Lethaeo perfusa papavera somno: sed tamen alternis facilis labor, arida tantum ne saturare fimo pingui pudeat sola neve

80 effetos cinerem immundum iactare per agros. sic quoque mutatis requiescunt fetibus arva, nec nulla interea est inaratae gratia terrae. saepe etiam sterilis incendere profuit agros atque levem stipulam crepitantibus urere flammis:

85 sive inde occultas vires et pabula terrae pinguia concipiunt, sive illis omne per ignem excoquitur vitium atque exudat inutilis umor, seu pluris calor ille vias et caeca relaxat spiramenta, novas veniat qua sucus in herbas,

90 seu durat magis et venas adstringit hiantis, das Land mehr aus; jedoch kann 83. Und in der Zwischenzeit man auch diese nehmen, da bei jeder bleibt nicht wegen des Unterlassens Abwechselung der Saat dem Acker der Bestellung der Ertrag des Ackers die Arbeit erleichtert wird; nur aus. inaratus unbestellt. Das Vermuss man alsdann die Kräfte durch bum inarare, bestellen, gehört wohl Dünger ersetzen.

nur der Prosa an. 71. tonsas nov., das Brachfeld

84-93. Zur Verbesserung und nach gewonnener Ernte. 73. mut. sid., zu einer andern

Abhärtung des Ackers gegen überJahreszeit, denn die (in den beiden

mässige Feuchtigkeit und Dürre nächsten Versen erwähnten) Hül

verbrannte man auch wohl die Stopsenfrüchte erfordern eine. andere

pel (stipula), welche der Römer

oft bis zur Mitte des Halms, oft bis Saatzeit.

dicht an die Aehre stehen liess, 74. siliqua quass., in rasselnder

v. 289. Dadurch gewann der magere Schale.

Boden Nahrungssaft, der sumpfige 75. tristisque lupini, die herbe Lupine.

verlor die überflüssige Nässe, der

zähe öffnete sich mehr und der 76. silva auch v. 152 von dichtstehenden Pflanzen.

lockere zog sich zusammen. 76. urere braucht V. zuerst in der 90. Das W. spiramenta, LuftBed. ausdörren, und zwar hier und züge, findet sich zuerst bei V.; vgl. G. II, 56.

noch G. IV, 39 und A. XI, 580. 78. Lethaeo, s. G. IV, 545. Sonst hat v. von subst. auf men

81. cinerem. Plin. nat. hist. XVII, tum noch gebildet rudimentum, A. 5: Transpadanis cineris usus adeo XI, 157, und temptamentum, A. placet, ui anteponant fimo iumen VIII, 144, s. auch z. G. IV, 161. torum.

vias, qua, vgl. A. V, 590.

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ne tenues pluviae rapidive potentia solis acrior aut Boreae penetrabile frigus adurat.

Multum adeo , rastris glaebas qui frangit ipertis vimineasque trahit crates, iuvat arva, neque illum flava Ceres alto nequiquam spectat Olympo; et qui, proscisso quae suscitat aequore terga, rursus in obliquum verso perrumpit aratro, exercetque frequens tellurem atque imperat arvis.

Umida solstitia atque hiemes orate serenas, agricolae; hiberno laetissima pulvere farra, laetus ager: nullo tantum se Mysia cultu iactat et ipsa suas mirantur Gargara messis. quid dicam, iacto qui semine comminus arva insequitur cumulosque ruit male pinguis harenae, deinde satis fluvium inducit rivosque sequentis et, cum exustus ager morientibus aestuat herbis,

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92. tenues pl., rieselnder Regen, der zwar nicht so rasch und sichtlich, wie Sonnenglut und starker Winterfrost schadet, aber doch in die feinsten Gänge dringt, und also auch nachtheilig wirkt (denn aus adurat ist zu pluviae dieser allgemeine Begriff zu entnehmen).

93. penetrabile hat hier und Á. X, 481, wie viele Adj. auf bilis, active Bedeutung und ist s. v. a. penetrans. 3. Sorgfältige Auflockerung des

Bodens. 94–99. Die grossen Erdschollen wurden mit einer mehrzahnigen Hacke (rastrum, Plur. rastri) zerklopft und dann mit einer zahnigen Flechte (crates), einer Art Egge, geebnet. Man pflügte zuerst gradaus, dann querüber, um die durch das Aufreissen der Erde entstandenen Rücken (quae suscitat terga) zu durchbrechen. II. Bedingungen für das Ge

deihen der Saat, v. 100—-59. 1. Dienliche Witterung, v. 100—3.

Die Aufforderung, um diese günstige Witterung zu beten, ist veranlasst durch die nunmehr beendete Saat, s. v. 104.

Vergil 1. 6. Aui.

100—103. Mehr als die sorgfältigste Pflege trägt günstige Witterung, d. h. ein nicht zu nasser Winter und ein nicht zu trockner Sommer (solstitia), zum Gedeihen der Saaten bei; auch die ihrer Fruchtbarkeit wegen sprichwörtlich gewordene Gegend um Gargara (die oberste Spitze des quellreichen Ida) in Mysien (einer Landschaft Kleinasiens am Hellespont) gewinnt ihren Kornreichthum fast ohne Pflege (nullo cultu, vgl. E. 4, 18) durch die den Saaten zusagende Witterung.

103. tantum, so sehr, als es dies thut. 2. Zermalmung der Erdschollen,

v. 104–5. 104-5. Welche Ernte hat aber erst (bei dienlicher Witterung) der Landmann zu erwarten, der mit eigner Hand (comminus), d. h. mit dem Karst in der Hand, auf dem Felde umhergeht und die grösseren, allzutrocknen Erdschollen zerschlägt. male ping., vgl. A. II, 23. 735. IV, 8. 3. Wässerung des dürren Bodens,

v. 106-10. 106. satis ist nicht das Adv. 107–110. Auch wird der Land

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ecce supercilio clivosi tramitis undam
elicit ? illa cadens raucum per levia murmur
saxa ciet, scatebrisque arentia temperat arva.

110 quid qui, ne gravidis procumbat culmus aristis, luxuriem segetum tenera depascit in herba, cum primum sulcos aequant sata ? quique paludis collectum umorem bibula deducit harena ? praesertim incertis si mensibus amnis abundans

115 exit et obducto late tenet omnia limo, unde cavae tepido sudant umore lacunae.

Nec tamen , haec cum sint hominumque boumque labores versando terram experti, nihil improbus anser Strymoniaeque grues et amaris intiba fibris

120 officiunt aut umbra nocet. pater ipse colendi haut facilem esse viam voluit, primusque per artem

mann für Bewässerung seiner Fel-
der sorgen, indem er von der An-
höhe (supercilio das griech. o pots)
eines Hügels den Bergquell gleich
einem Pfade von der Anhöhe herab-
leitet und den Damm öffnet, wenn
die Felder vor Hitze verschmachten
wollen.
4. Abweiden der Saat, v. 111-13.

111-113. Man liess die junge
Saat abweiden, wenn sie so hoch
gewachsen war, dass sie die Erde
(sulcos) vollständig verbarg.
5. Ableitung der zu grossen Feuch-

tigkeit, v. 114–17. 114. Der abl. bib. har. giebt das Mittel an, durch welches die Lachen entwässert werden; Sand wird in die Lachen geschüttet und dieser saugt das Wasser ein. deducere war der eig. Ausdruck von dem Ableiten eines Gewässers, vgl. unten v. 269. Cic. d. div. II, 32, 69: aqua Albana deducta.

115. inc. mens., die veränderlichen Frühlings- u. Herbstmonate.

116. exit et tenet. Verg. verbindet häufig 2 Sätze durch et mit einander, um die rasche Folge der zweiten zu bez., vgl. G. III, 347. A. V, 171.

117. sudant, dünsten, A. II, 582. So schon bei Ennius: terra sudat sanguine. 6. Schutzmittel gegen die Plagen der Saat, v. 118--21. u. 155-59.

118. Die wilden Gänse schadeten den Saaten sowohl durch ihre Gefrässigkeit (deshalb improbus), indem sie die Gewächse mit der Wurzel ausrissen, als auch durch ihren brennenden Mist.

120. Die Kraniche verliessen im Herbste den thracischen Fluss Strymon und verwüsteten auf ihrem Zuge nach wärmeren Gegenden die Saatfelder. am. int. f., die Cichorie mit bitteren Wurzelfasern.

121. umbra. Die Fichten, Ulmen, Eschen etc., mit denen die Aecker gewöhnlich eingeschlossen waren, mussten häufig beschnitten werden, damit sie nicht durch ihren Schatten das Gedeihen der Saaten hinderten; S. v. 155 f. Episode I: Vielfache Noth und dadurch geweckter Erfindungssinn der Menschen seit dem Regierungsan

tritt Jupiters, v. 121–54. 122. per art. mov. agros, er setzte die Aecker durch (menschliche) Kunst in Bewegung, d. h. er

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movit agros

curis acuens mortalia corda nec torpere gravi passus sua regna veterno. ante Iovem nulli subigebant arva coloni; pe signare quidem aut partiri limite campum fas erat: in medium quaerebant ipsaque tellus omnia liberius nullo poscente ferebat. ille malum virus serpentibus addidit atris praedarique lupos iussit pontumque moveri mellaque decussit foliis ignemque removit et passim rivis currentia vina repressit, ut varias usus meditando extunderet atris paulatim et sulcis frumenti quaereret herbam, ut silicis venis abstrusum excuderet ignem. tunc alnos primum fluvii sensere cavatas; navita tum stellis numeros et nomina fecit, Pleiadas, Hyadas, claramque Lycaonis Arcton; tum laqueis captare feras et fallere visco inventum et magnos canibus circumdare saltus ; atque alius latum funda iam verberat amnem

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zwang sie, die Mühe der künstlichen Bestellung zu belohnen.

123. mort. corda. Die Römer setzten die Denkkraft, mens, in das Herz.

125—28. Vor der Herrschaft Jupiter's war das goldene Zeitalter unter Saturn, . A. VIII, 324.

126. Besitzungen durch Grenzsteine und andere Male zu bezeichnen, signare, oder durch Grenzwege, limites, zu scheiden, galt für Unrecht, weil Alles Gemeingut war.

127. in med. 9., vgl. G. IV, 157. A. XI, 335. ipsaque t., s. zu E. 4, 21.

128. liberius, williger (als es seit dem Regierungsantritte Jupiter's geschah).

131. mellaque, s. zu E. 4, 30.ignemque rem., das Feuer ward aus dem täglichen Gebrauch entrückt und im Kiesel verborgen.

132. Ovid. Met. I, 111 sagt vom goldenen Zeitalter : flumina iam lactis, iam flumina nectaris ibant.

133. usus, s. z. E. 2, 71. – ext. erringe, vgl. G. IV, 315. 328.

134. Warum machte Jupiter dem goldenen Zeitalter ein Ende und erschwerte den Menschen das Leben ?

137. Um die Gestirne zu unterscheiden, merkte man die Zahl der Sterne, aus denen sie bestanden, und gab ihnen Namen. nom. f. Pl., S. 2. A. III, 18.

138. Arcton, als Gestirn der grosse Bär. Callisto, die Tochter des arkadischen Königs Lycaon, wurde nach Ovid. Met. II, 409-532 von der Juno in eine Bärin verwandelt, dann aber von Jupiter unter die Sterne versetzt.

141. funda. Das trichterförmige Wurfnetz, das unten an dem breiten Rande umher mit Bleikugeln beschwert war (funda, Bóhos), wurde klatschend ins Wasser gelassen (daher verberat). atque alius. Dies alius steht nicht mit dem folg. alius in Verbindung, sondern bezieht sich auf das Vorhergeh. und stellt die Fischer anderen Menschen entgegen, die sich auf andere Weise zu ernähren suchen.

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alta petens, pelagoque alius trahit umida lina;
tum ferri rigor atque argutae lamina serrae,
nam primi cuneis scindebant fissile lignum
tum variae venere artes. labor omnia vicit ,
improbus et duris urguens in rebus egestas.
prima Ceres ferro mortalis vertere terram
instituit, cum iam glandes atque arbuta sacrae
deficerent silvae et victum Dodona negaret.
mox et frumentis labor additus, ut mala culmos
esset robigo segnisque horreret in arvis
carduus; intereunt segetes, subit aspera silva,

,
lappaeque tribolique, interque nitentia culta
infelix lolium et steriles dominantur avenae.
quod nisi et adsiduis herbam insectabere rastris,
et sonitu terrebis aves et ruris opaci
falce premes umbram votisque vocaveris imbrem,
heu magnum alterius frustra spectabis acervum,
concussaque famem in silvis solabere quercu. X

Dicendum et, quae sint duris agrestibus arma, quis sine nec potuere seri nec surgere messes: vomis et inflexi primum grave robur aratri tardaque Eleusinae matris volventia plaustra tribulaque traheaeque et iniquo pondere rastri;

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159. famem sol. solari mit sachlichem Object kommt zuerst bei V. und Hor. in der Bed. mildern, erträglich machen vor, vgl. G. 1, 293. IV, 464. A. IX, 489. XII, 110. III. Vorschriften und Erfordernisse für die Geschäfte vor und nach der Saat,

V. 160-203. 1. Ackergeräthschaften, v. 160—75.

162. grave rob, ar. Zur Bearbeitung des fetten Bodens waren schwere Ackergeräthe in Italien erforderlich.

163. tardaque volv. (s. 2. G. III, 200) pl., die langsam sich herumdrehenden Wagen, vgl. G. II, 377. III, 28. IV, 19. A. V, 764. — Ceres wurde besonders zu Eleusis in Attika verehrt.

164. tribulum war ein Wagen, dessen niedrige Räder sägenartig

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