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restituant: adeo in teneris consuescere multumst.
collibus an plano melius sit ponere vitem,
quaere prius. si pinguis agros metabere campi,
densa sere; in denso non segnior ubere Bacchus;

275 sin tumulis adclive solum collisque supinos, indulge ordinibus, nec setius omnis in unguem arboribus positis secto via limite quadret. ut saepe ingenti bello cum longa cohortes explicuit legio et campo stetit agmen aperto,

280 directaeque acies, ac late fluctuat omnis aere renidenti tellus, necdum horrida miscent proelia, sed dubius mediis Mars errat in armis : omnia sint paribus numeris dimensa viarum; non animum modo uti pascat prospectus inanem,

285 sed quia non aliter viris dabit omnibus aequas terra neque in vacuum poterunt se extendere rami.

Forsitan et scrobibus quae sint fastigia quaeras. 273–287. Der Abwechselung we 278. via secto limite, ein Gang gen zeigt Vergil in der fetten Ebene mit durchschnittener Abgrenzung, einen dichtwuchernden baumlosen d. i. mit kreuzendem Quergang. Weingarten; und an dem mageren arb. pos. ist abl. instrum. : durch Hügel, wie das hinzugefügte arbor die genau gepflanzten Bäume bepos. v. 278 beweist, eine Pflanzung

dass alle Wege cet. von Baumreben.

279. ut ist mit dem folgenden 275. in denso n. s. ub. B., in cum saepe zu verbinden und so dichter Ueppigkeit, d. h. dicht ge viel als veluti cum, s. A. I, 148. pflanzt, sind die Weinstöcke nicht longa steht proleptisch. Die in weniger ergiebig.

dreifachem Treffen nach den Mani277. indulge ordinibus, gieb den peln der hastati , principes und geordneten Reihen weitere Zwi triarii aufgestellte Legion bot den schenräume. in unguem, genau,

Anblick der quincunx. ein Ausdruck, entlehnt vom Mar

281. fluct. aere ren. tellus, dichmorarbeiter, der die Glätte und Ge

terische Inversion für aes renidens nauigkeit der Fugen mit dem Nagel

(splendor armorum) fluctuat per prüft. Aehnlich Hor. sat. I, 5, 32: tellurem (campum). Fonteius ad unguem factus homo.

283. dubius med. Mars errat in ars poet. 294: carmen perfectum decies castigare ad unguem.

armis, d. h. es ist noch ungewiss,

wann und von welcher Seite aus nec setius, als bei den dicht gepflanzten; also bei beiderlei Pflan

der Angriff geschehen wird. zung hat man darauf zu sehen, dass

284. par num., in gleichen Zwidie Weinreben im quincunx ge-

schenräumen. pflanzt werden. Diese Anordnung

285. animum inanem, denn der nämlich wird im Folgenden em

Geist bleibt leer bei dem Anblick pfohlen; sie besteht darin, dass die einer Ordnung, deren Zweck ein Verbindungslinien stets die Gestalt

leeres (eitles) Vergnügen ist. eines V (quinque) geben:

288–297. Die Bäume, an denen XXXXX

Reben gezogen werden sollen, müs

wirke es,

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ausim vel tenui vitem committere sulco.
altior ac penitus terrae defigitur arbos,
aesculus in primis, quae quantum vertice ad auras
aetherias, tantum radice in Tartara tendit.
ergo non hiemes illam, non flabra

neque

imbres convellunt; immota manet multosque nepotes, multa virum volvens durando saecula vincit. tum fortis late ramos et bracchia tendens huc illuc, media ipsa ingentem sustinet umbram.

Neve tibi ad solem vergant vineta cadentem, neve inter vitis corylum sere, neve flagella summa pete aut summa defringe ex arbore plantas tantus amor terrae neu ferro laede retunso semina, neve olea silvestris insere truncos: nam saepe incautis pastoribus excidit ignis, qui furtim pingui primum sub cortice tectus robora comprendit fropdesque elapsus in altas

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sen in tieferen Gruben gepflanzt werden, als die Reben.

288. quae sint fastigia, welche Senkung, d. h. welche Tiefe sie haben müssen, vgl. Lucan. IV, 295: puteusque cavati montis ad irrigui premitur fastigia campi.

291. 292. quantum tendit, vgl. A. IV, 445. 446.

291–297. Zuerst wird das Wachsthum der Eiche, dann, als Folge davon, ihre Kraft beschrieben.

295. durando vincere bedeutet, wie das sonst in dieser Wendung vorkommende vivendo vincere (vgl. Plaut. Epid. II, 1, 8. Lucret. I, 203. III, 961. A. XI, 160) überleben. saecula ist gemeinsames Object zu vincit und zu volvens (indem sie viele Menschenalter umrollen lässt), ebenso wie incendia v, 311 gleichmässig zu glomerat und zu ferens gehört.

296. Ueber die LA. pandens s. d. Anh.

297. ipsa, der Baum selbst, d. i. der Stamm, im Gegensatz zu den schattenden Zweigen (umbram). So dient das pron. ipse öfter der Hervorhebung des Ganzen im Gegen

satz zu seinen Theilen, vgl. G. IV, 274. A. X, 226.

299. Die Haselstaude, corylus, wurzelt zu sehr um sich, daher gedeiht der Weinstock nicht in ihrer Nähe. Die Setzlinge soll man weder bei Weinreben noch bei fruchttragenden Bäumen von der äussersten Spitze, sondern von dem unteren, der Erde näher stehenden und daruin saftigeren Theile des Baumes nehmen.

301. Die Setzlinge schnitt man mit der schärfsten Hippe ab, um nicht Rinde und Holz zu zerreissen.

302. Endlich warnt Vergil davor, (zahme) Oelbäume auf Stämme von wilden Oelbäumen zu impfen, weil diese leicht Feuer fangen und nach entstandenem Brande allein ausschlagen. Da nämlich die erwachse

Baumweinpflanzungen auch Korn tragen mussten, so weideten die Hirten auf den Brachfeldern der weiten Zwischenräume ihre Rinder und Schafe und machten sich Nachts ein Feuer an. olea. Man sagte nicht blos arbori inserere pomum, sondern auch arborum inserere pomo, vgl. G. II, 69.

nen

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ingentem caelo sonitum dedit; inde secutus per ramos victor perque alta cacumina regnat et totum involvit flammis nemus et ruit atram ad caelum picea crassus caligine nubem, praesertim si tempestas a vertice silvis incubuit glomeratque ferens incendia ventus. hoc ubi , non a stirpe valent caesaeque reverti possunt atque ima similes revirescere terra; infelix superat foliis oleaster amaris.

Nec tibi tam prudens quisquam persuadeat auctor tellurem Borea rigidam spirante movere. rura gelu tum claudit hiemps nec semine iacto concretam patitur radicem adfigere terrae. optuma vinetis satio , cum vere rubenti candida venit avis longis invisa colubris, prima vel autumni sub frigora, cum rapidus Sol nondum hiemem contingit equis, iam praeterit aestas. ver adeo frondi nemorum, ver utile silvis; vere tument terrae et genitalia semina poscunt. tum pater omnipotens fecundis imbribus Aether coniugis in gremium laetae descendit et omnis magnus alit magno commixtus corpore fetus. avia tum resonant avibus virgulta canoris et Venerem certis repetunt armenta diebus;

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319. vere rub., vgl. G. IV, 306.

322. hiemem, die winterlichen Gestirne des Thierkreises.

ne

310. a vertice, so dass die vom Winde bewegten Wipfel der Bäume das Feuer noch mehr anfachen.

312. Geschieht dies Unglück, so geneset der Stamm nicht wieder, auch die Wurzel vermag nicht neue Sprösslinge zu treiben, wenn man den Stamm abschneidet, sondern es lebt nur der unnütze wilde Oelbaum fort und überstaudet die Brandstelle.

314. infelix oleaster, s. zu A. VI, 230.

317. hiemps, die Kälte des ersten Frühlings oder des Spätherbstes; der eigentliche Winter heisst bruma. G. III, 321. semine iucto, nach Einsenkung des Pflänzlings.

318. concretam, erstarrt, giebt den Grund an, warum die Wurzel nicht anwachsen könne; adfigere steht im reflexiven Sinne.

Episode II: Lob des Frühlings,

v. 323-345. 323. adeo dient häufig zur Hervorhebung des Hauptgegenstandes: besonders der Frühling. mora, künstliche Pflanzungen; silvae, wildes Gehölz.

325. Die Vermählung des Himmels und der Erde ward schon in den ältesten Schöpfungsgedichten besungen und von den späteren Weisen auf Jupiter's Ehe mit Juno angewandt; vgl. Lucret. I, 250: 251: pereunt imbres, ubi eos pater Aether in gremium matris Terrai praecipitavit.

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parturit almus ager Zephyrique tepentibus auris
laxant arva sinus; superat tener omnibus umor;
inque novos soles audent se germina tuto
credere, nec metuit surgentes pampinus austros
aut actum caelo magnis aquilonibus imbrem,
sed trudit gemmas et frondes explicat omnis.
non alios prima crescentis origine mundi
inluxisse dies aliumve habuisse tenorem
crediderim : ver illud erat, ver magnus agebat
orbis et hibernis parcebant flatibus euri.
cum primae lucem pecudes hausere virumque
terrea progenies duris caput extulit arvis,
immissaeque ferae silvis et sidera caelo.
nec res hunc tenerae possent perferre laborem,
si non tanta quies iret frigusque caloremque
inter, et exciperet caeli indulgentia terras.

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330. Zephyri, welcher Casus ?
331. superat, vgl. G. I, 189.

332. novos soles, die neuen sonnigen Tage.

339. parc. flat., vgl. A. I, 257.

341. terrea progenies, nach der alten, auch von Lucret. V, 789-815 ausgesprochenen Ansicht, dass das Menschengeschlecht aus der Erde entstanden sei, weshalb Lucret. V, 1410 die Menschen genus terrigenarum nennt. Uebrigens wird das adj. terrea durch die folg. W. duris c. ext. arvis nicht bedeutungslos gemacht; durch letztere w. wird näher angegeben, wie die Menschen aus der Erde entsprungen seien, nämlich ebenso wie bei der Erneuerung des Menschengeschlechtes durch Deucalion und Pyrrha, s. E. 6, 31 sq. Das adj. terreus hat V. hier zuerst und, wie es scheint, allein in der Bed. aus der Erde entstanden gebraucht; denn sonst bez. es, wie überhaupt die adj. auf eus, den Stoff, aus dem etwas gemacht ist und besteht, wie terreus agger, murreus.

342. sidera. Die Sterne wurden von den älteren Griechen als lebende göttliche Wesen gedacht, welche

durch Dünste der Erde, des Meeres und des Weltstroms Oceanus genährt, am Himmel weideten ; vgl. Ovid. Met. I, 72 u. 73: neu regio foret ulla suis animantibus orba, astra tenent coeleste solum formaeque deorum. Fast. III, 111 u. 112: libera currebant et inobservata per annum sidera: constabat sed tamen esse deos.

343. nec res hunc tenerae, auch würden die zarten Gewächse die jetzige (hunc) Beschwerde nicht ertragen, d. h. auch jetzt würden sie

nicht ertragen, wenn nicht zwischen dem Froste des Winters und der Hitze des Sommers so lange Erholung wäre.

344. Ueber den Schluss des Verses s. 2. G. I, 295.

345. frig. cal. inter. V. hat zuerst die Präposition hinter zwei durch eine Copulativpartikel verbundene subst. gestellt, doch nur eine zweisilbige, vgl. unten v. 382 und A. III, 75. Dem Vorgange des V. ist von den Prosaikern besonders Tac. gefolgt, z. B. ann. I, 60: Amisiam et Lupiam amnes inter, IV, 8: dis et patria coram. exciperet, vgl. A. II, 318.

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quod superest, quaecumque premes virgulta per agros,
sparge fimo pingui et multa memor occule terra,
aut lapidem bibulum aut squalentis infode conchas;
inter enim labentur aquae tenuisque subibit
halitus atque animos tollent sata; iamque reperti,
qui saxo super atque ingentis pondere testae
urguerent; hoc effusos munimen ad imbres,
hoc, ubi victa siti findit canis aestifer arva.

Seminibus positis superest diducere terram
saepius ad capita et duros iactare bidentis,
aut presso exercere solum sub vomere et ipsa
flectere luctantes inter vineta iuvencos;
tum levis calamos et rasae hastilia virgae
fraxineasque aptare sudes furcasque valentis,
viribus eniti quarum et contemnere ventos
adsuescant summasque sequi tabulata per ulmos.

Ac dum prima novis adolescit frondibus aetas, parcendum teneris , et dum se laetus ad auras palmes agit laxis per purum immissus habenis, ipsa acie nondum falcis temptanda, sed uncis carpendae manibus frondes interque legendae. inde ubi iam validis amplexae stirpibus ulmos

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346. premes. Die Setzlinge, virgulta, wurden mit einem Karste, pastinum, in die Erde eingedrückt.

348. lapidem bibulum, durchlöcherte Steine, wie Bimssteine, die Regenwasser und Luft (halitus ) durchlassen.

351. super ist mit urguerent zu verbinden. atque, nämlich reperti sunt, qui.

353. canis aestifer, der Hundsstern. Ueber die LA. hiulca s. d. Anh.

354–357. Nach der Pflanzung lockerte man die Erde dicht um die Wurzeln (ad capita, denn caput bezeichnet sowohl oberste als das unterste Ende, vgl. A. VI, 360), weiter zurück konnte der zweizahnige Karst geschwungen werden. .Wo man den Reben weitere Zwischenräume gelassen hatte und in Baumweinpflanzungen ward häufig in der Mitte gepflügt und zwar tief.

356. ex. solum, exercere im Sinne

von colere steht zuerst bei V. und Hor., dann auch häufig in Prosa.

358–361. Junge Reben stützte man durch zwei niedrige Rohrstangen, calami, oder durch dünne abgeschälte Stäbe, rasae cast. virg.; waren sie älter, durch stärkere Pfähle, valli, und durch mächtige, dem Winde widerstehende Gaffeln, furcae, bis sie die Aeste der Bäume erreichten, an denen sie dann gleichsam von Stock zu Stock, tabulata, immer höher stiegen.

364. laxis habenis. Lucret. V, 785: arboribus datum est variis exinde per auras crescendi magnum immissis certamen habenis; vgl. A. I, 63. V, 662. VI, 1.

• per purum, durch die reine, freie Luft, vgl. v. 287.

365. ipsa, nämlich aetas, d. i. die noch jungen Laubsprossen.

366. inter legendae, weil man nicht alle Blätter abbrechen soll.

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